Positive Entwicklung - aber noch lange keine Sanierung

Bei einem Gesamtbudget von rund 23 Milliarden Schilling konnte der prognostizierte Abgang von 638 Millionen auf 34 Millionen Schilling reduziert werden

Wien (OTS) - Am Dienstag, dem 25. November 1997, fand unter der Vorsitzführung von Obmann Franz Bittner die 8. Generalversammlung der Wiener Gebietskrankenkasse statt.

Als Gast erläuterte die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Eleonora Hostasch, einige geplante Aktivitäten aus ihrem Bereich. So stehen in Zukunft jährlich für Präventionsmaßnahmen zusätzlich 100 Millionen Schilling aus Budgetmittel zur Verfügung. Kindern und Jugendlichen sollen in den nächsten 3 Jahren im Rahmen einer Kampagne die Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens vor Augen geführt werden. Chipkarte und eine Fortsetzung der Häusermann-Studie - Organisationsanalyse der Sozialversicherung - sind unter anderem ebenfalls Projekte, die in nächster Zeit umgesetzt werden sollen. Abschließend betonte die Bundesministerin noch die Wichtigkeit der Selbstverwaltung in der österreichischen Sozialversicherung als Garant der Versichertennähe und Basisdemokratie.

Über den Hauptpunkt der Tagesordnung, den Rechnungsabschluß für 1996, sprach der Generaldirektor der Wiener Gebietskrankenkasse, Dr. Rudolf Brenner.

Erfreulicherweise hat sich bei einem Gesamtbudget von rund 23 Milliarden Schilling der prognostizierte Abgang von 638 Millionen Schilling auf ca. 34 Millionen reduziert.

Bewirkt wurde diese klare Unterschreitung der Voranschlagswerte durch eine Reihe von gesetzlichen Maßnahmen (Erhöhung der Rezeptgebühr und des Krankenkassenbeitrages der Pensionisten - deren Aufwendungen nur mehr zu 37,57 Prozent durch ihre Beiträge gedeckt waren - Krankenscheingebühr usw.) sowie durch einen - primär durch die prekäre Arbeitsmarktsituation bewirkten - Rückgang bei den Krankenständen. Selbstverständlich hat auch die Wiener Gebietskrankenkasse im eigenen Wirkungsbereich ihren bereits seit einigen Jahren eingeschlagenen Sparkurs weiter fortgesetzt.

Die positive Entwicklung, welche aus den angeführten Zahlen zu entnehmen ist, kann aber noch nicht als Entwarnung angesehen werden. Mit aller Deutlichkeit muß auf die starke Unterdeckung der Leitstungssicherungsrücklage und die überaus unbefriedigende Liquiditätslage verwiesen werden. Frühestens nach zwei positiven Jahresabschlüssen kann mit einer echten Entspannung der Finanzsituation der Wiener Gebietskrankenkasse gerechnet werden.

Diverse Meldungen über riesige Überschüsse in der sozialen Krankenversicherung entbehren daher jeglicher Grundlage und sind nur dazu angetan, neue Begehrlichkeiten aus dem Kreis der Anbieter von Gesundheitsleistungen zu wecken.

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Wiener Gebietskrankenkasse
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Tel.: 01/60-122/2109 Dw.

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