AK: "Gentechnikfrei" bei Lebensmitteln muß gesetzlich geregelt werden

Wien (OTS) - "Freiwillige Verpflichtungen genügen nicht, da sie für die Konsumenten keinen ausreichenden Schutz gewährleisten", erklären die AK Konsumentenschützer in einer ersten Reaktion auf die heute, Montag, von einer Arbeitsgemeinschaft präsentierten Richtlinien für gentechnikfreie Lebensmittel. Die AK hat kürzlich klare Richtlinien erarbeitet, die derzeit als Diskussionsgrundlage für eine gesetzliche Regelung im Rahmen des Österreichischen Lebensmittel-Codex dienen. "Da eine Codexregelung demnächst zu erwarten ist, müssen dann alle anderen Regelungen angepaßt werden", so die AK Konsumentenschützer. ****

Die AK hat wiederholt gefordert, daß gesetzlich geregelt werden muß, wann ein Lebensmittel als "gentechnikfrei" bezeichnet werden darf. Daher haben die AK Konsumentenschützer schon vor Monaten klare Richtlinien für gentechnikfreie Lebensmittel erarbeitet, die derzeit als Diskussionsgrundlage für eine gesetzliche Regelung im Rahmen des Österreichischen Lebensmittelcodex dienen.

Voraussichtlich werden schon in den nächsten Monaten als "gentechnikfrei" gekennzeichnete Produkte in den Regalen der österreichischen Lebensmittelhändler auftauchen. Welche Lebensmittel diese Bezeichnung aber mit Recht tragen dürfen, liegt oft gar nicht so klar auf der Hand.
Gentechnikfreie Eier beispielsweise dürfen freilich nicht von
einem gentechnisch veränderten Huhn stammen. Und das Huhn darf selbstverständlich auch nicht mit Gentech-Sojaschrot gefüttert werden. Soll das Futter kleine Mengen an gentechnisch
hergestellten Zusatzstoffen enthalten dürfen? Und was passiert mit den Eiern, wenn das Huhn ein Medikament bekam, das mit Hilfe von Gentechnik hergestellt wurde?
Und wie ist ein Schnittbrot zu beurteilen, das zwar aus garantiert gentechnikfreiem Getreide und gentechnikfreier Hefe hergestellt wurde, das aber geringe Mengen an gentechnisch hergestelltem Konservierungsmittel enthält?

"Freiwillige Selbstverpflichtungen von einer Arbeitsgemeinschaft
von Wirtschaft, Landwirtschaft und einzelnen Umweltorganisationen sind zwar ehrenwert," meinen die AK Konsumentenschützer, "bieten jedoch keinen ausreichenden gesetzlichen Schutz." Daher sei es notwendig, daß die Codex-Regelung gesetzlichen Schutz und
rechtlich abgestützte Sicherheit schaffe", erklären die AK Konsumentenschützer.
Daß Teile der Wirtschaft nun selbst aktiv werden und "Gentechnikfrei"-Richtlinien erarbeiten, ist nur bedingt sinnvoll, da damit zu rechnen ist, daß demnächst eine diesbezügliche Codexregelung in Kraft tritt. Diese Codexregelung hat dann in
jedem Fall Vorrang. Alle anderen Regelungen müßten demnach umgehend adaptiert und angepaßt werden.

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