Türkei will Wirtschaftskooperation mit Österreich verstärken

Türkei: zehntgrößter Handelspartner der EU - Hochrangige türkische Wirtschaftsdelegation am Dienstag in der WKÖ

Wien (PWK) - Das Interesse der Türkei an einer Verstärkung der Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich, das auch Ministerpräsident Yilmaz kürzlich in Wien zum Ausdruck brachte, wird nun durch den Besuch einer 70-köpfigen türkischen Wirtschaftsdelegation unter Leitung von Wirtschaftsminister Fuat Miras bekräftigt. Wirtschaftskammerpräsident Leopold Maderthaner wird mit Minister Miras die Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit erörtern. Die österreichische Wirtschaft ist vor allem an der Mitwirkung bei türkischen Großprojekten der Bereiche Energie, Spitalsbau, Eisenbahnbau interessiert, heißt es in einer Aussendung der WKÖ. ****

Die Mitglieder der türkischen Delegation werden in der Wirtschaftskammer mit potentiellen österreichischen Geschäftspartnern zusammentreffen. Von türkischer Seite werden insbesondere Lieferungen von Textilien, Bekleidung, Leder, landwirtschaftlichen Produkten sowie von Maschinen und Eisen- und Stahlprodukten angeboten.

Der österreichisch-türkische Warenaustausch entwickelt sich gut, teilt WKÖ-Referent Leopold Birstinger mit. 1996 betrug das Handelsvolumen über neun Mrd S mit einem österreichischen Aktivum von 1,2 Mrd S. (Österreichischer Export: 5,1 Mrd S, Import: 4 Mrd S).

Die starke Zunahme der österreichischen Türkei-Exporte (1996: + 80 Prozent, erstes Halbjahr 1997: + 42 Prozent) geht vor allem auf Großaufträge, namentlich auf dem Kraftwerkssektor, zurück. Seit dem Abschluß der Zollunion mit der EU im Jänner 1996 steht die türkische Industrie unter erhöhtem Wettbewerbsdruck und hat großen Investitionsbedarf. Dies komme auch den österreichischen Lieferanten von Maschinen und Industrieausrüstungen zugute, so Birstinger.

Steigende Tendenz zeigen auch die Importe aus der Türkei (1996: + 12 Prozent, erstes Halbjahr 1997: + 28 Prozent). Außer den traditionellen (landwirtschaftlichen) Exportprodukten liefert die Türkei zunehmend auch Waren aus dem industriell-gewerblichen Bereich.

Die WKÖ fördert die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen unter anderem durch eine jährlich durchgeführte Wirtschaftsmission in die Türkei (die nächste wird im Frühjahr 1998 nach Istanbul, Ankara und Izmir führen) und durch die Teilnahme an einer Gemischten Kommission und einer Gemischten Energiekommission.

Die Bemühungen der Türkei um Verstärkung des Außenhandels mit Österreich sind auch im Rahmen der türkischen Annäherung an die EU zu sehen, erklärt Birstinger. Die Türkei ist der zehntwichtigste Handelspartner der EU. 1996 betrugen die EU-Exporte in die Türkei rund 250 Mrd S, die Importe aus der Türkei erreichten rund 127 Mrd S. Die EU erzielt somit einen beträchtlichen Überschuß von 123 Mrd S.

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WKÖ, AW-Abteilung
Tel: 50105/DW 4406Dr. Leopold Birstinger

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