DAS KFV ERINNERT : Moped ab 15: Keine Alibiuntersuchung! KfV: Wenn schon, dann fachgerechte verkehrspsychologische

Wien (OTS) - Untersuchung bei 15jährigen Mopedscheinbewerbern - höherer Preis amtlich festgelegt - Landeshauptleute müssen Bedarfsprüfung durchführen=

Die Eignung zur motorisierten Teilnahme
Fünfzehnjähriger am Straßenverkehr darf nicht mit einer Alibiuntersuchung getestet werden. Immerhin steigt die nachgewiesenermaßen gefährdetste Altersgruppe der Verkehrsteilnehmer auf die gefährlichste Fahrzeugkategorie. Nicht das KfV hat im Rahmen der Diskussion um Moped ab 15 verlangt, daß eine verkehrspsychologische Untersuchung vorgeschrieben wird. Wenn diese aber vom Gesetzgeber so vorgesehen wurde, müsse fachlich einwandfrei abgeklärt werden, wie weit die Mopedscheinbewerber reif genug sind, am motorisierten Verkehr teilzunehmen.

Zur Kritik am Preis für die verkehrspsychologische Untersuchung stellt das KfV fest: Bisher wurden die Untersuchungen vom KfV billiger angeboten. Der nunmehrige Preis von öS 5.000,- wurde nach einer österreichweiten Erhebung amtlicherseits festgelegt und kann nicht unterschritten werden. Daß in Bayern ähnliche Untersuchungen um umgerechnet öS 1.400,-, angeboten werden, ist in diesem Zusammenhang unrichtig, da die vom Deutschen TÜV um DM 200,- angebotene Unter-suchung als Grobscreening bei Führerscheinwerbern, die den Autoführerschein mit 17 erwerben wollen, angewendet wird. Für Moped ab 15 gelten in Deutschland gänzlich andere Bestimmungen, die keine psychologische Untersuchung vorsehen.

"Die Beurteilung der geistigen Reife von Fünfzehnjährigen, die der Gesetz-geber im neuen Führerscheingesetz für das Lenken eines Mopeds verlangt, kann nicht durch ein kurzes Gespräch mit einem Verkehrspsychologen erfolgen. Nur eine vollständige verkehrspsychologische Untersuchung mit einer objektiven Testung und einem Gespräch mit einem Verkehrspsychologen kann z.B. eine erhöhte Risikobereitschaft als einen Faktor von fehlender geistiger Reife feststellen', so die Experten des Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Für die Beurteilung von fünfzehnjährigen Mopedscheinbewerbern ist ein grobes Screening-Verfahren, wie es etwa für die Bewerbung um eine Buslenkerberechtigung der Klasse D vorgeschrieben ist, nicht zielführend. C- oder D-Lenker haben ja bereits Fahrerfahrung mit dem B-Schein und waren überdies unauffällig. Im Gegensatz dazu liegen über die Mopedscheinbewerber keine Daten vor.

"Auch der Vergleich mit der vorgezogenen Lenkerberechtigung bzw. Ausbildung für Sechzehn- bzw. Siebzehnjährige ist nicht sinnvoll," so die KfV-Ex-perten weiter, "denn diese Lenker absolvieren ja eine Fahrschulausbildung mit praktischem und theoretischem Unterricht."

Außerdem fordert das KfV die Landeshauptleute auf, dem gesetzlichen Auftrag nachzukommen, die Prüfung der Notwendigkeit für die Benützung des Mopeds vorzunehmen und nicht ihr gesamtes Bundesland als "Verkehrsnotstandsgebiet" zu erklären. Wenn diese Verordnung ohne Abwägung aller relevanten Interessen und ohne objektiv nachvollziehbare Bedarfsprüfung erlassen wird, widerspricht das dem (verfassungs)gesetzlichen Auftrag.

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