Medizinische Gesellschaften fordern arzneiliche Verwendung von Cannabisprodukten

Köln (ots) - Am Samstag, den 22. November fand in Köln die Fachtagung "Cannabis und Cannabinoide als Medizin" statt. Experten aus Deutschland, der Schweiz und Holland referierten zur Geschichte der arzneilichen Cannabisverwendung, zum therapeutischen Potential der Hanfpflanze in der Schmerztherapie, bei organisch bedingter Spastik, bei Krebs, Aids und grünem Star, zu neuesten Ergebnissen der Rezeptorenforschung sowie zu rechtlichen Fragestellungen.

In seinem Grußwort forderte Dr. Ingo Flenker, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Vorsitzender des Ausschusses Sucht und Drogen der Bundesärztekammer, daß der "nützliche medizinisch-therapeutische Einsatz von Cannabis legal möglich wird, damit die derzeitige Kriminalisierung von Ärzten und Patienten endlich aufhört." Ähnliche Forderungen erhoben Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident des Sschmerztherapeutischen Kolloquiums, Dr. Hans-Josef Linkens von der Deutschen AIDS-Hilfe e. V. und der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Drogen- und Suchtmedizin, Dr. med. Rainer Ullmann.

Dr. Axel Horstmann, Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, wünschte der Tagung in einer Grußadresse einen erfolgreichen Verlauf und wies darauf hin, daß der Einsatz von Wirkstoffen der Hanfpflanze bei einer Reihe von Krankheitsfällen durchaus sinnvoll sein könne, allerdings müsse bei einer medizinischen Verwendung ein Mißbrauch ausgeschlossen werden.

Auf der anschließenden Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) wiesen die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Notwendigkeit einer verstärkten Förderung der Forschung durch die öffentliche Hand hin. Staatliche Institutionen und Behörden in den drei deutschsprachigen Ländern wurden aufgefordert, "nicht nur die Untersuchung der möglichen negativen Auswirkungen einer Cannabisverwendung sondern auch die Erforschung möglicher nutzbringender pharmakologischer Wirkungen" finanziell zu fördern. Die Behinderung der Forschung wurde scharf kritisiert. Wer eine unzureichende Forschungslage bemängele und diese gleichzeitig behindere, mache sich unglaubwürdig und wende sich gegen die Patienten, die von Cannabis profitieren können.

ots Originaltext: Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM)
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Auskunft erteilt:
Dr. med. Franjo Grotenhermen
Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin
Maybachstraße 14
D-50670 Köln
Tel.: +49 (0)221-9123033
Fax: +49 (0)221-1300591
Email: ACMed§t-online.de
Internet: www.hanfnet.de/acm

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