Familie und Arbeit 1: Bartenstein für mehr Flexibilität

Für "Mobilzeit" statt überholtem Begriff "Teilzeit"

Wien (OTS) - Für mehr Flexibilität in der Arbeitswelt zur
besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf trat Familienminister Dr. Martin Bartenstein heute, Freitag, bei einer Enquete in Wien ein. Der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten steht laut einer Studie aus dem Jahr 1996 unter berufstätigen Frauen und Männern an der Spitze der Bedürfnisse. Für die Unternehmen bedeute mehr Familienfreundlichkeit mehr Arbeitszufriedenheit und höhere Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter und in der Folge bessere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, betonte Bartenstein. Vorbildliche Modelle aus in- und ausländischen Unternehmen werden heute bei der vom Familienministerium organisierten Enquete vorgestellt.

Bartenstein sprach sich dafür aus, im Zusammenhang mit Arbeitszeitformen vom Begriff "Teilzeit" Abschied zu nehmen.
Dieser Begriff sei zu eng, zu mißverständlich und habe für viele einen negativen Klang. "Teilzeit gilt oft als nicht vollwertige Arbeit, weil sie vom Normalfall der Vollzeit abweicht. Mit dem Begriff der Mobilzeit wollen wir weg von starren, unflexiblen Arbeitszeitformen", erklärte Bartenstein. Mobilzeit bedeute, den Arbeitnehmern mehr Freiräume zu geben, die Produktivität zu verbessern und zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse zu ermöglichen. Familienbedingte Teilzeitarbeit dürfe nicht zu unattraktiven Arbeitsplätzen mit geringen Aufstiegschancen führen.

Um den Anreiz für Betriebe zu erhöhen, familienfreundliche Maßnahmen umzusetzen, wird im Familienministerium ein Auszeichnungssysten für familienfreundliche Unternehmen
entwickelt. Im ersten Halbjahr 1998 beginnt in 10 Betrieben die Pilotphase. Ziel des "Audits" ist es, daß Unternehmen nach einem standardisierten Prüfverfahren ein Zertifikat für familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb verliehen bekommen.

Kriterien für dieses Audit werden sein: flexible Arbeitszeiten und qualifizierte Teilzeitarbeit, die Qualifizierung von Führungskräften zu familienfreundlichen Führungsverhalten, familienorientierte Fortbildungsmaßnahmen, Unterstützung beim Wiedereinstieg, Möglichkeiten zum Job-sharing, Karenzmöglichkeiten auf betrieblicher Ebene, Betriebskindergärten oder sonstige Unterstützung bei Betreuungsaufgaben.

(Fortsetzung)

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