"Die Kunst ist es wert"

Wien (OTS) - Am 19.11.1997 fand in der Galerie station3, Galerie
des Berufsverbandes Bildender Künstler Österreichs (BVÖ), eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Die Kunst ist es wert" mit den Kultursprechern aller politischen Parteien statt. Unter der Moderation von Thomas Trenkler (Der Standard) nahmen Josef Cap (SPÖ), Franz Morak (ÖVP), Michael Krüger (FPÖ), Heide Schmidt (LIF) und Reinhard Pickl-Herk (Die Grünen) zu den Themen Kunstförderung, Kunst am Bau und im öffentlichen Raum, steuerliche Absetzbarkeit von Kunstankäufen, Sozialversicherung und Künstlerhilfefonds Stellung.

Überraschendes Ergebnis dieses Abends war ein klares Bekenntnis aller Parteienvertreter zur steuerlichen Absetzbarkeit von zeitgenössischer Kunst. Bezüglich Obergrenzen, Deckelung und weiterer Gestaltung wäre noch zu diskutieren, aber man wolle einen parlamentarischen Entschließungsantrag einbringen. Ebenfalls von allen wurde beteuert das Kunstförderungsbudget bei Einführung der Absetzbarkeit nicht zu kürzen.

Einig war man sich auch beim Thema Kunst am Bau, das sehr ausführlich diskutiert wurde. Die Aufwendungen von 1% der Bausumme bei öffentlichen Gebäuden für Kunst solle gesetzlich verankert werden. Weiters solle Kunst an allen öffentlichen Bauvorhaben vorgesehen sein, auch wenn diese nicht mehr vom Bund direkt, sondern von ausgelagerten Gesellschaften (BIG) ausgeführt werden. Auch hier wolle man einen parlamentarischen Entschließungsantrag einbringen.

Mit Interesse nahmen die Politiker die vorgetragenen Probleme der Künstler zur Kenntnis. Starke Einkommensschwankungen führen zu Schwierigkeiten bei der Feststellung von Bemessungsgrundlagen für Sozialversicherung, Krankenversicherung, Einkommenssteuer und Durchrechnungszeitraum für die Pension. Cap wolle sich für Härtefälle einsetzen, Pickl-Herk möchte ein Steuermodell mit spezifischen Lösungen für Künstler finden.

Genaue Vorstellung, wie das Künstlersozialversicherungsgesetz, das mit 1.1.2000 in Kraft treten soll, aussehen wird und wie es finanziert werden könnte hat noch niemand.

Weiters eine Richtigstellung:

Bei der Pressekonferenz anläßlich des Künstlersozialversicherungsgipfels am 3.11.1997 im Presseclub Concordia wurde ein Informationsblatt mit Briefkopf des Künstlerhauses verteilt, auf dem behauptet wurde, daß unter Mitwirkung des BVÖ eine "Plattform Bildende Kunst" ins Leben gerufen worden sei.

Tatsache ist, daß der BVÖ davon nie in Kenntnis gesetzt wurde, daß die Plattform bis zum heutigen Tag weder beschlossen noch gebildet wurde und daß sie ausschließlich ein Wunschgebilde des Herrn Schatz, Urheber besagten Informationsblattes, ist.

Herr Schatz wurde nie vom BVÖ autorisiert, in dessen Namen das Wort zu ergreifen oder zu agieren.

Diese Falschmeldung wurde leider erst nach der Pressekonferenz bemerkt und hat inzwischen für einige Verwirrung gesorgt.

Rückfragen & Kontakt:

Berufsverband Bildender Künstler Österreichs
Barbara Katzer
Tel.: 01/526 55 01

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