Globalisierung der Märkte ist auch eine Chance für das Handwerk

Laister: "Kleine können dann überleben, wenn sie ihre Flexibilität und Schnelligkeit bei Entscheidungen nützen"

Wien (PWK) - Die zunehmende weltwirtschaftliche Verflechtung und
die Mobilität des Kapitals zwingt auch das Handwerk und die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dazu, sich auf ihre Stärken zu besinnen. "Neueste Technologien und gründliche Umstrukturierungen können die Betriebe fit für den internationalen Wettbewerb machen. Die Chancen für die Kleinen sind enorm, wenn sie ihre Flexibilität und Schnelligkeit bei Entscheidungsprozessen nützen", erklärte Karl Laister, Stv. Obmann der Bundessektion Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich, am Freitag im Rahmen der 3. Handwerkskonferenz in Mailand. ****

Im Workshop "Globalisierung der Märkte: Bedrohung und/oder Chance für das Handwerk und die kleinen Unternehmen", wies Laister darauf hin, daß die Globalisierung der Wirtschaft an sich nichts Neues sei. In der Verschränkung des Wettbewerbes habe man heute jenes Maß erreicht, das auch Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte. "Neu ist die Qualität des Austauschs von Sprache, Daten und Bildern nahezu in Echtzeit. Zusammen mit den rapide sinkenden Transportkosten hat die moderne Telekommunikation die Globalisierung der Wirtschaft erst möglich gemacht".

Multimedia, Internet und der elektronische Geldverkehr werden jedoch tiefgreifende Veränderungen für alle Unternehmen bringen. Outsourcing und Just-in-time-Produktion sind keine abstrakten Wunschvorstellungen mehr, sondern bereits auch für kleine Unternehmen eine Möglichkeit, ihre Produktivität zu steigern. Neue Kommunikationstechnologien haben eine Unzahl neuer Dienstleistungen geschaffen, virtuelle Unternehmen sind bereits Realität. Trotzdem werden kleine und mittlere Unternehmen in Europa eine positive Zukunft haben, denn eine der größten negativen Auswirkungen für sogenannte "Global Player" ist der Verlust der Nationalstaatlichkeit. "Gerade diese Verbundenheit zum eigenen Land, zur Region und den dort lebenden Menschen ist einer der größten Vorteile der kleinen und mittleren Betriebe. Daran können auch so neue und teurere Informations- und Kommunikationssysteme nichts ändern", sagte Laister.

Der schnelle, unbürokratische und gleichberechtigte Zugang für große und kleine Unternehmen zu Informationen entscheidet in Zukunft über die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. In diesem Zusammenhang kommt der Generaldirektion 23 der Europäischen Kommission eine enorme Bedeutung zu. "Eine der wichtigsten Aufgaben der Generaldirektion muß darin bestehen, an der Schaffung eines ordnungspolitischen Rahmens für den elektronischen Geschäftsverkehr mitzuwirken, der einen fairen Wettbewerb und Innovation fördert", stellte Laister fest. Die Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte, deren Zeitplan strikt einzuhalten ist, werde die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft verbessern und dem privaten Sektor Möglichkeiten erschließen, neue Anwendungen und Dienste bereitzustellen. Unverantwortliche wäre es für Laister, wenn sich die GD 23 als Vertretung der KMU's in der Europäischen Kommission nicht aktiv an der Gestaltung der Rahmenbedingungen für den elektronischen Geldverkehr, vor allem der digitalen Signatur und Verschlüsselungsverfahren (Kryptographie) sowie der Informationsgesellschaft als solches beteiligt.

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