Zukunft der Arbeit liegt in den Händen der lokalen Dienstleister

Leitner: "Überzogene soziale Ansprüche überfordern zunehmend das Handwerk und die kleinen Unternehmen"

Wien (PWK) - Bessere Rahmenbedingungen für das europäische Handwerk und die kleinen und mittleren Unternehmen, ein Ende der sozialen Überregulierung, effiziente Maßnahmen gegen Pfusch und Schwarzarbeit sowie eine Reform der Verwaltung forderte Hans Leitner, Syndikus der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, im Rahmen der 3. europäischen Handwerkskonferenz in Mailand. ****

Leitner kritisierte im Workshop "Unternehmergeist und Beschäftigung im Binnenmarkt", daß sich die europäische Rechtssetzung zu sehr an großbetrieblichen Strukturen orientiert und viel zu wenig auf jenen Wirtschaftsbereich Rücksicht nimmt, der zuletzt als einziger neue Arbeitsplätze geschaffen hat. "Die Folge davon sind völlig überzogene soziale Ansprüche wie z.B. bei der Vermeidung von Risiken am Arbeitsplatz, die schon jetzt die Wirtschaft überfordern." Die Zukunft der Arbeit, so Leitner, liege aber in den Händen der lokalen Dienstleister. Nur mit einem flexiblen sozialen Rahmen können diese Unternehmen sich rasch dem Markt, neuen Technologien und den Konsumentenwünschen anpassen und damit für Beschäftigung sorgen. Leitner sprach sich weiters dafür aus, die europäischen Handwerksverbände und ihre Mitglieder frühzeitiger in den Rechtssetzungsprozess der EU einzubinden.

Einen enormen Hemmschuh für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen ortet Leitner im sprunghaften Anstieg von Pfusch und Schwarzarbeit. Gerade die lokalen Dienstleister können nicht auf internationale Standorte mit einer niedrigeren Abgabenlast ausweichen. Sie werden durch immer höhere Steuerbelastungen aus dem Markt gepreist. Leitner verlangt in diesem Zusammenhang wieder die Einführung des Luxemburger Modells, wo privaten Bauherren ein Teil der Mehrwertsteuer für Bauarbeiten zurückerstattet wird, wenn sie die Arbeiten von befugten Gewerbetreibenden ausführen lassen. In Österreich könnten durch eine solche Maßnahme laut WIFO der Pfusch um ein Drittel eingedämmt, der Wohnbau stimuliert, die Zahl der Arbeitslosen um 7.000 verringert und zusätzlich 11.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Aber auch die Idee eines ermäßigten Steuersatzes für arbeitsintensive Dienstleistungen bahnt sich bereits ihren Weg in der EU. Nach EU-Steuerkommissar Mario Monti hat jetzt auch das Europäische Parlament in seiner Stellungnahme zum kommenden Beschäftigungsgipfel in Luxemburg entsprechende Forderungen gestellt; umso unverständlicher sei, daß manche österreichische Politiker diesen Ideen noch immer kein Verständnis entgegenbringen.

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