Maschinen- und Stahlbauindustrie im Aufwind

Für 1997 wird ein reales Produktionsplus von 3 % erwartet - Klare Absage an 'Maschinensteuer'

Wien (PWK) - "Die Trendwende zum Positiven ist geschafft", stellte der neugewählte Vorsteher des Fachverbandes der Maschinen- und Stahlbauindustrie, Clemens Malina-Altzinger, bei einer Pressekonferenz seines Verbandes in Wien erleichtert fest. Die 800 Mitglieder des größten industriellen Arbeitgebers werden heuer den Produktionswert voraussichtlich um real 3 Prozent auf 106 Mrd Schilling steigern können (nomninell +4 Prozent). 1996 betrug der Rückgang der Produktion real noch 4,5 Prozent. Die Zahlen des 3. Quartals 1997 deuten darauf hin, daß 1998 ein weiteres nominelles Plus zu erwarten ist, falls die erwartete Investitionsbelebung in Westeuropa eintritt und der konjunkturelle Trend sich festigt. ****

Getragen wird die Konjunktur in der Maschinen- und Stahlbauindustrie derzeit von den Exporten, die sich im ersten Halbjahr 1997 um 9 Prozent auf rund 48 Mrd Schilling erhöhten. Überdurchschnittlich stark wuchsen die Ausfuhren in die USA (+31 Prozent), nach Osteuropa (+25 Prozent) und Asien (+20 Prozent). "Obwohl drei Viertel unserer Produkte nach Europa, in die EFTA-Staaten und nach Osteuropa exportiert werden, ist es sehr wichtig, daß wir auch im asiatischen Raum zunehmend Fuß fassen", betonte Malina-Altzinger. Der Vorsteher begrüßte in diesem Zusammenhang die Exportoffensive der Regierung, warnte aber gleichzeitig vor falsch verstandenem Sparwillen, da sich jeder Schilling, der in den Export investiert wird, betriebs- und volkswirtschaftlich sehr schnell rechne. Eine Verbesserung der soft-loans ist vor allem derzeit für den Einstieg in die Märkte Südoastasiens besonders wichtig.

Kein gutes Haar ließ Malina-Altzinger hingegen an der geplanten Technologieoffensive. "Durch ein kurioses Hick-Hack zwischen Bundesklima Klima und den Ministern Einem und Farnleitner droht die Techologieoffensive im Sumpf der Kompetenzstreitigkeiten stecken zu bleiben", warnte Malina-Altzinger. Er kritisierte vor allem die Tatsache, daß in den Bundesbudgets für 1998 und 1999 kein Groschen für den Forschungsförderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft (FFF) vorgesehen ist. Mangels Budgetvorsorge für bewährte Einrichtungen werde die wirtschaftnahe Forschungsförderung zum Gegenteil pervertiert.

Eine klare Absage erteilte Malina-Altzinger allen Vorschlägen zur Einführung einer Wertschöpfungsabgabe. "Investitionen müssen gefördert und nicht durch eine Maschinensteuer bestraft werden. Das ist ein Schritt in die falsche Richtung". Angesichts eine Reihe von Defiziten des Standortes Österreich gegenüber vergleichbaren internationalen Standorten lehnte Malina-Altzinger Anschläge auf die Nacht- und Schichtarbeit strikt ab und urgierte eine Reduktion der Lohnzusatzkosten.

Rückfragen & Kontakt:

FV der Machinen- und Stahlbauindustrie
Tel: 50105-0

Wirtschaftskammer Österreich

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK