Zur Belebung der Orts- und Stadtkerne

Gemeinsame Initiative von Land und Wirtschaftskammer

St. Pölten (OTS) - Die Verkaufsflächen an den Orts- und Stadträndern explodieren, die Geschäfte in den Zentren geraten immer mehr unter Druck. Dieser Entwicklung soll nun mit verschiedenen Initiativen zur Ortskernbelebung der Kampf angesagt werden, wie beispielsweise mit einem Ortsmarketing-Wettbewerb, der heute im St. Pöltner Landhaus vorgestellt wurde. Ziel dieses Wettbewerbes ist es, Anreize für Ideen zur Stadt- und Ortskernbelebung zu setzen, gelungene Aktionen aufzuzeigen und gleichzeitig die Öffentlichkeit auf die Wichtigkeit vitaler Ortszentren aufmerksam zu machen. Der mit insgesamt einer Million Schilling dotierte Preis "Ortskern Kreativ" wurde von der Sektion Handel der NÖ Wirtschaftskammer ausgeschrieben.

Sektionsobmann Josef Schirak begründet diese Initiative mit dem enormen Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Betriebe in den Zentren. Zudem würden heute 40 Prozent der Kaufkraft der NiederösterreichierInnen an fünf Orten ausgegeben, nämlich in St. Pölten, Wiener Neustadt, Krems, Wien und in der SCS. "Der Rest kämpfe ums Überleben" Für Schirak ist außerdem das Offenhalten der Geschäfte am Sonntag im "Multiplex Center" in Wiener Neudorf "gerechtfertigt und klar argumentierbar". Damit würde man engagierten Unternehmen die Möglichkeit zur Existenzsicherung geben. Zudem sei das "Multiplex Center", im Gegensatz zur SCS, in erster Linie eine Freizeiteinrichtung.

Für Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll sind die Geschäfte in den Orts- und Stadtzzentren vor allem auch für die Nahversorgung lebensnotwendig. Mußten beispielweise 1994 noch 198 Gemeinden ohne Lebensmittelhändler auskommen, so sind es im September dieses Jahres bereits 237. Daß sich immer mehr finanzstarke Großinvestoren auf Freiflächen im Stadtumland ansiedeln, liege vor allem daran, daß die Grundpreise, die Bau- und Errichtungskosten und die Schaffung von Autoabstellplätzen wesentlich günstiger seien. Die Stadtzentren könnten dem Konkurrenzdruck der Einkaufszentren nur standhalten, wenn sie ihren eigenen Standortvorteil auszunützen wissen. Pröll zählte dazu unter anderem die Infrastrukturverbesserungen - auch im Rahmen der Dorf- und Stadterneuerung -, eine "corporate identity" durch Werbung, Veranstaltungen etc., einen attraktiven Branchenmix und das Hervorheben der Stärken der Zentren wie beispielsweise das besondere Ambiente und die Sehenswürdigkeiten. Pröll sprach sich außerdem dafür aus, eine Gesellschaft mit Wirtschaftskammer, interessierten Gemeinden, dem Land und auch interessierten Firmen zu gründen, die sich um die wirtschaftliche Revitaltisierung der Orts- und Stadtkerne kümmert. Das Land wäre bereit, dafür einen zweistelligen Millionenbetrag (50 Millionen Schilling) zur Verfügung zu stellen, wenn Wirtschaftskammer etc. den gleichen Beitrag aufbringen. Für Landesrat Ernest Gabmann ist die Initiative "Ortskern Kreativ" ein wichtiger Ansatzpunkt, der weitere folgen müßten. Denn Kaufkraftabfluß und Einkaufszentren würden dem Handel, der auch ein "Motor der Orts- und Stadtkerne" sei, schwer zusetzen und Klein- und Mittelbetriebe sowie Familienbetriebe immer mehr unter Druck setzen. Gerade aber Die klein- und Mittelbetriebe seien das Rückgrat der NÖ Wirtschaft, meinte Grabmann. Das land habe dabei die Aufgabe, die entsprechenden Rahmenbedingungen wie Verwaltungsverfachung, Abbau der Bürokratie etc. setzen und Förderungsinstrumentarien anbieten, um das Wirtschaften zu erleichtern.

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