AK kritisiert Gen-Patentrichtlinie

Negative Auswirkungen auf europäische Wirtschaft und Forschung befürchtet

Wien (OTS) - Die AK befürchtet, daß die Patentrichtlinie, die heute im Hauptausschuß des Parlaments behandelt wird, gravierende negative Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft und Forschung haben wird. Nach dem vorliegenden Richtlinienentwurf sollen nicht nur menschliche, tierische und pflanzliche Gene patentierbar sein, sondern auch Tiere und Pflanzen selbst. Die Verfügungsrechte über die vorhandenen Gene würden damit in die Hand einiger weniger Großkonzerne geraten, kritisiert die AK.****

Wurde ein Gen erst einmal von einer Firma patentiert, ist der Anreiz für andere Forscher gering, an weiteren möglichen Anwendungen dieses Gens zu forschen. Sie wären auf den guten Willen des "Gen-Besitzers" angewiesen, da sie ihre Ergebnisse (Anwendungspatente) ohne dessen Zustimmung nicht verwerten dürfen. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe hätten dadurch keine Möglichkeit mehr, sich auf diesem Markt zu halten, geschweige denn neu zu etablieren, befürchtet die AK.

Da durch diesen Richtlinienentwurf auch die medizinische Forschung und Therapie beeinträchtigt werden könnten, hat sich auch der Weltärztebund vehement gegen eine Patentierung von Genen ausgesprochen. Negative Auswirkungen in Form zunehmender Konzentrationserscheinungen sind auch im landwirtschaftlichen Bereich, etwa am Saatgutsektor zu erwarten.

Es sei jedenfalls bedauerlich, daß Teile des Parlaments den politischen Willen nicht nur der 1,2 Millionen Unterzeichner des Gentechnik-Volksbegehrens, sondern auch jenen aller anderen Parteien ignoriert und in Brüssel nicht entsprechend diesem breiten Willen verhandelt hat, bedauert die AK und fordert, daß zumindest alle Änderungsvorschläge des Europäischen Parlaments voll unterstützt werden.

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