Bulgarien steht vor Hungerwinter

Caritas ruft zu Spenden für Lebensmittelpakete auf

Wien, 18.11.1997 (car-pd) - Bulgarien hungert. Ein Großteil der Bevölkerung ist nicht mehr in der Lage, sich in den kommenden Wintermonaten ausreichend mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.

Seit Ende 1996 hat die Caritas für die notleidenden Menschen in Bulgarien insgesamt rund 2,6 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt.. In den nächsten Wochen sollen Familienpakete im Wert von je 100 Schilling, die vor allem Grundahrungsmittel wie Mehl, Speiseöl und Nudeln enthalten, an bedürftige Familien und Einzelpersonen verteilt werden. Damit will die Caritas 7000 Familien vier Monate lang versorgen.

"Nach der schlechten Ernte ist die Versorgung der Bevölkerung mit Brot nicht mehr gewährleistet," berichtet Caritas-Mitarbeiterin Felicitas Filip. "Die Stimmung in Bulgarien ist von Hoffnungslosigkeit geprägt. Die Menschen haben unglaubliche Angst vor dem Winter."

Schon jetzt müssen die Bulgaren im Durchschnitt 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Der Mindestlohn in Bulgarien liegt bei 300 Schilling und die Mindestrente bei 200 Schilling. Ein Kilo Butter kostet 30 Schilling, ein Kilo Schweinefleisch 55 Schilling und ein Liter Milch umgerechnet 10 Schilling. Während die Arbeitslosigkeit weiterhin steigt, werden die Preise für Wohnung, Heizung und Wasserversorgung immer unerschwinglicher

Der öffentliche Verkehr in Bulgarien ist größtenteils lahmgelegt, mehr als eine Stunde Wartetezeit auf die Straßenbahn ist in Sofia keine Seltenheit. Der Strom wird regelmäßig abgeschaltet und vor den Tankstellen bilden sich kilometerlange Schlangen. Benzin ist kaum erhältlich, und wenn, dann nur zu Wucherpreisen.

Damit die Caritas die Notversorgung in diesem Hungerwinter aufrechterhalten kann, sind die Österreicher dringend zu Spenden aufgerufen.

PSK 7.700.004, Kennwort Bulgarien.

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