AK pocht auf Benzinpreissenkung

OMV Bilanzzahlen rechtfertigen AK Forderung nach Benzinpreissenkung

Wien (OTS) - Die Rekordgewinne der OMV geben der AK Kritik
erneut recht, daß die österreichischen Bezinpreise weit überhöht sind. Wie die heimliche Benzinpreiserhöhung vor zwei Wochen zeigt, scheuen die Mineralökonzerne nicht, den Konsumenten überteuerte Produkte zu verkaufen, und den Aktionären von Traumgewinnen zu berichten. Auch das Hinauszögern der Veröffentlichungspflicht der 20 billigsten und teuersten Tankstellen beweist der AK abermals, daß die Mineralölindustrie kein Interesse am Wettbewerb haben dürfte. Österreich hat noch immer die höchsten Tankstellenpannen in Europa: Der Preisunterschied vor Steuern und Abgaben von Eurosuper beträgt 80 Groschen/Liter. ****

Die AK wird alles daran setzen, daß die österreichischen Bezinpreise auf EU-Niveau gebracht werden. Denn es ist nicht einzusehen, daß die Preisdifferenzen im Vergleich zur EU so auseinanderdriften, vor allem bei Eurosuper: Im EU-Durchschnitt kostet Eurosuper 3,32 Schilling/Liter, in Deutschland, 3,35 Schilling/Liter, in Italien 3,64 Schilling/Liter und in Österreich 4,12 Schilling/Liter. Es scheint auch der Mineralölindustrie mit der Veröffentlichungspflicht der 20 billigsten und teuersten Tankstellen nicht zu eilen, da der Prüfvorbehalt nun fast zwei Monate dauert, kritisiert die AK. Anscheinend hat die Mineralölindustrie kein Interesse am Wettbewerb, denn eine Erhöhung von 10 Groschen pro Liter kostet die österreichischen Konsumenten ca eine Million Schilling am Tag, ergeben Berechnungen der AK Experten. So hat sich die Mineralölindustrie mit der
letzten Bezinpreiserhöhung vor zwei Wochen wieder ein schönes Körberlgeld geholt, so die AK.

Die OMV gab in ihrer heutigen Bilanzpressekonferenz bekannt, daß ihr Erfolg auf den gestiegenen Dollarkurs und eine gute Marktlage für Kunststoffe und positive Restrukturierungs-Effekte zurückzuführen ist. Damit wird der AK Kritik recht gegeben, die während des Sommers öfters Preissenkungen gefordert hatte. Das zeigt einmal mehr, daß die günstige Marktlage nicht oder nur zögernd weitergegeben wird, während steigende Produktenpreise sofort für Erhöhungen genutzt werden.

Bis Jahresende muß ferner bei allen Tankstellen die Umstellung auf Gaspendelleitungen abgeschlossen sein. Dadurch würde der Umweltaufschlag wegfallen, und Benzin müßte um 20 Groschen/Liter und Diesel um 10 Groschen/Liter billiger werden, erinnert die AK. Die Mineralölindustrie bezifferte die Kosten für die Umstellung mit rund 2,8 Milliarden Schilling. Bisher müßte die Industrie bereits ca vier Milliarden Schilling aus dieser Vereinbarung aus
dem Jahr 1993 lukriert haben.

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