Keusch: Pröll-Alleingang haben nun alle Arbeitnehmer auszubaden

Versicherung der VP NÖ über Sonntagsruhe erwiesen sich bereits am ersten Sonntag als Schall und Rauch

St. Pölten, (SPI) - "Die Verteidigungsstrategie der VP Niederösterreich betreffend der Öffnung der Multiplex-Geschäfte an Sonntagen ist bereits nach dem ersten Wochenende in sich zusammengebrochen - und alle Versicherungen über die Wahrung der Rechte von Arbeitnehmern erwiesen sich wie vermutet als Schall und Rauch", kritisiert der niederösterreichische SP-Labg. Eduard
Keusch den von Pröll initiierten Dammbruch in Sachen Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. "Nachdem bereits am
ersten Sonntag Studenten mit Werkverträgen in den Geschäften Dienst versahen, ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis auch die Angestellen von den Unternehmern zu einem gewissen
"Entgegenkommen" genötigt werden", befürchtet Keusch.****

Der niederösterreichische Alleingang scheint auch seine Wirkung
auf andere Bundesländer nicht zu verfehlen. So hat Richard Lugner in einem gestrigen Gespräch mit der APA angekündigt, die Geschäfte in seiner Lugner-City an Sonntagen öffnen zu wollen. "Die Befürchtungen der NÖ Sozialdemokraten sind damit voll eingetreten - keine Rede mehr von der ausschließlichen Tätigkeit der Unternehmer und deren Familienangehörigen. Mit dem Einsatz von Studenten und Studentinnen auf Werkvertragsbasis erhöht sich naturgemäß auch der Druck auf die in normalen Beschäftigungsverhältnissen stehenden Arbeitnehmer. Die VP NÖ hat mit der Verfolgung ihres neoliberalen Wirtschaftskurses nun einen weiteren Anreiz für unterbezahlte "McJobs" nach amerikanischen Muster geschaffen - der Multiplex-Alleingang wird nicht lange ein solcher bleiben. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis sich andere Einkaufszentren dieser Entwicklung anschließen werden", stellt Keusch fest.

"Landeshauptmann Erwin Pröll hat wieder ein Versprechen an die Bürger gebrochen - von der ausschließlichen Beschäftigung von Unternehmern, deren Familienangehörigen und den Geschäftsführern war keine Spur. Das sich die Unternehmer selbst nicht an diese Zusicherung gehalten haben, darf nicht verwundern. Nachdem nun
sogar VP-Politiker, wie gestern der Mödlinger ÖVP-Politiker und ÖAAB-Bezirksobmann Hintner die Befürchtungen der NÖ Sozialdemokraten aufgreifen ("Die Befürchtungen der Handelsangestellten, das Beispiel "Multiplex" könnte einen Dammbruch für die generelle Sonn- und Feiertagsarbeit verursachen, sind auch weiterhin sehr ernst zu nehmen", so Hintner in einer Aussendung (APA/OTS0062 vom 17.11.1997)), ist die Beschwichtigungsoffensive der VP NÖ und ihres Landeshauptmannes Erwin Pröll ad absurdum geführt. Wenn als nächster Schritt der VP-Liberalisierungspolitik die endgültige Freigabe der Arbeitszeiten in Niederösterreich kommt, werden die unselbständig Beschäftigten wohl erkennen, was ein Wort dieses Landeshauptmannes wirklich wert ist", schloß Labg. Eduard Keusch.
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