WKÖ für Realismus in der österreichischen Klimapolitik

Österreich bei Reduktions-Zusagen sehr weit vorgeprescht - Schwarzer: "Crash-Szenario käme das Land teuer zu stehen"

Wien (PWK) - Die Wirtschaftskammer Österreich tritt für mehr Realismus in der Klimapolitik ein. Die Absicht des Umweltministeriums, völkerrechtlich verbindlich eine Reduktion der CO2-Emissionen um 25 Prozent bis zum Jahr 2010 zuzusagen, ist von Wunschdenken geleitet und käme den Wirtschaftsstandort Österreich sehr teuer zu stehen. Dies erklärte der Leiter der Umweltpolitischen Abteilung, Doz. Stephan Schwarzer, Donnerstag in einem Pressegespräch zum Thema "Österreich im weltweiten Klimaschutz". ****

Schwarzer und der Klimaschutz-Experte dieser Abteilung, Dipl.Ing. Adolf Kerbl, legten dabei den Standpunkt der Wirtschaft in Hinblick auf die Anfang Dezember in Kyoto, Japan, stattfindende dritte Welt-Klimakonferenz dar. Bei dieser Konferenz wird über verbindliche Zusagen der Industriestaaten verhandelt.

Das WIFO schätzt im sogenannten Toronto-Technologie-Programm den Aufwand zur Erreichung einer 25prozentigen CO2-Minderung auf 100 Milliarden Schilling. Sollte das Umweltministerium an der österreichischen Selbstverpflichtung zu einer Reduktion um ein Viertel festhalten, so muß es auch erklären, wie diese Summe zu finanzieren ist, betont Schwarzer. Die Einführung gravierender Wettbewerbsnachteile im Alleingang käme für die Wirtschaft einem "Crash-Szenario" gleich, denn die Folgen wären massive Arbeitsplatzverluste in Österreich und Standortverlagerungen ins Ausland.

Weiters kritisiert die WKÖ, daß Österreich im internen EU-Ausgleich einen überproportionalen Beitrag in Aussicht stellt, während die anderen Länder zurückhaltende Zusagen machen, die sie im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten tatsächlich erfüllen können. "Mit der Zusage von minus 25 Prozent bis 2010 ist Österreich auf EU-Ebene weit vorgeprescht. Andere EU-Staaten belasten ihre Wirtschaft nur in geringerem Ausmaß. Da die Energietechnik in Österreich bereits einen hohen Stand erreicht hat, kostet bei uns jede ersparte Tonne CO2 ein Vielfaches im Vergleich zu anderen EU-Staaten", warnt Schwarzer.

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Doz. Dr. Stephan Schwarzer
Tel. 501 05 DW 4197

Abteilung für Umweltpolitik

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