Kunst.Objekt.Aktion

MAK-Programm für Schulen zur Ausstellung KILENGI - Afrikanische Skulpturen aus der Bareiss-Sammlung 12. November - 17. Dezember 1997

Wien (OTS) - Detailprogramm

Datum Programm Event

Mi, 12. Nov. Statuen sterben auch Kunst im Gebrauch

Do, 13. Nov. Die Schlange, die Antilope Ohrenblick
und das Flugzeug

Fr, 14. Nov. Theater für die Götter Der Ausgang der Masken

Di, 18. Nov. Theater für die Götter Der Ausgang der Masken *

Mi, 19. Nov. Die Schlange, die Antilope Ohrenblick
und das Flugzeug

Do, 20. Nov. Die Schlange, die Antilope Ohrenblick
und das Flugzeug

Fr, 21. Nov. Theater für die Götter Der Ausgang der Masken *

Di, 25. Nov. Statuen sterben auch Das Fest des Huhnes

Mi, 26. Nov. Die Schlange, die Antilope Kunst-Rap *
und das Flugzeug

Di, 2. Dez. Statuen sterben auch Das Fest des Huhnes

Mi, 3. Dez. Blickwechsel Globale Kunst - Multiple Seh-Ordnungen

Do, 4. Dez. Blickwechsel Globale Kunst - Multiple Seh-Ordnungen

Fr, 5. Dez. Blickwechsel Globale Kunst - Multiple Seh-Ordnungen

Di, 9. Dez. Statuen sterben auch Das Fest des Huhnes

Mi, 10. Dez. Theater für die Götter Der Ausgang der Masken *

Do, 11. Dez. Die Schlange, die Antilope Ohrenblick
und das Flugzeug

Fr, 12. Dez. Theater für die Götter Der Ausgang der Masken *

Di, 16. Dez. Die Schlange, die Antilope Kunst-Rap *
und das Flugzeug

Mi, 17. Dez. Theater für die Götter Der Ausgang der Masken *

Jedes der vier Programme besteht aus einer Vermittlungsaktion, einer Führung und einem Event.

Vermittlungsaktion: 10.00 - 11.30 Uhr
Führung: 10.45 - 11.30 Uhr
Event: 12.00 - 13.30 Uhr

Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Events sind für MAK-Besucher, Kinder und Jugendliche öffentlich zugänglich. MAK-Eintrittskarte erforderlich.

* Veranstaltungsort: MAK-Säulenhalle. Alle anderen Events finden im MAK-Vortragssaal statt. Änderungen vorbehalten

Anmeldung: Gabriele Fabiankowitsch
Tel.: +43-1-711-36-298

Presse: Dorothea Apovnik
Tel.: +43-1-711-36-233
Fax: +43-1-711-36-227
e-mail: presse@mak.at

Die Schlange, die Antilope und das Flugzeug

Die Schüler begegnen Göttern, Geistern, sprechenden Tieren und erfahren, daß Objekte Träger von Erinnerung, Wissen und Geheimnis sind, Moral und Humor verbinden. Orale Literatur ist jener Teil der Tradition jeder Gesellschaft, der von Generation zu Generation mündlich überliefert wird, wobei oft Objekte als performatives Element und visueller Katalysator des oralen Gedächtnisses verwendet werden. Sie umfaßt Mythen, Sagen, Märchen, Rätsel, Sprichwörter, Lieder, Gedichte oder andere Formen. Als Mittel der Übertragung von kulturellen Werten erfüllt Oraltradition pädagogische, relegiöse und politisch-soziale Funktionen. Als Instrument der Kommunikation kann sie gleichzeitig ein Forum der sozialen Veränderung sein, da die übermittelten Inhalte in Bezug zur aktuellen Gegenwart gesetzt, hinterfragt, diskutiert und ständig revidiert werden. So entstehen auch immer neue ästhetische Ausdrucksformen wie zum Beispiel Rap, welcher eine Weiterentwicklung aus traditionellen Rededuellen und Lob- und Schmähliedern ist.

Oraltraditionen werden durch Verschriftlichung über ihren kulturellen und zeitlichen Bezugsrahmen hinaus Teil der Weltliteratur. Auch die erste große Sammlung afrikanischer Märchen, die von dem Reisenden und Forscher Leo Frobenius (1873-1938) veröffentlicht wurde, ist in den 50er Jahren International Quelle der Inspiration vieler Intellektueller gewesen.

Ohrenblick!

Event für die Altersgruppe 5 bis 10 Jahre
Afrikanische Märchen und Mythen sowie Musikimprovisationen interpretiert von der Performance-Gruppe "Ohrenblick".

Termine/Ort

Donnerstag, 13. und 20. November, 11. Dezember / MAK-Vortragssaal

Kunst-Rap!

Event für die Altersgruppe 10 bis 14 Jahre
DJ's interpretieren die afrikanischen Oraltraditionen zwischen Märchen, Mythen und Objekten in der musikalischen Gegenwartsform von Rap-Music.

Termine/Ort

Mittwoch, 26. November, Dienstag, 16. Dezember / MAK-Säulenhalle

Mitwirkende

"Ohrenblick"

Margarete Wenzel, Märchenerzählerin und Sängerin, geb. in Wien 1964, Dr.phil., hat auf Grenzgängen zwischen Philosophie, Improvisationstheater und Gesang zum Märchenerzählen gefunden. Francoise Benedek-Gulguet, Musikerin und Performerin, in Wien lebende Französin, beschäftigt sich seit Jahren mit Wort, Klang und Bild in verschiedenen Variationen. Ohrenblick! Musik-Miniaturen machen Alltagsgegenstände zu Instrumenten, lassen sich von Stimmen tragen und verbinden sich mit mündlich erzählten Märchen, um Auge und Ohr zu überraschen.

Prince Zeka & One World

Musiker und Performer; lebt in Wien und Zaire; gemeinsam mit Big Buffalo als DJ tätig; seine Band One World mit Musikern aus vier Kontinenten vereint Stilelemente aus Soul, Soukous, Reggae, Rap und Funk zu einem "World sound".

Moderation

Gibson Olu-Shodlya

Kulturmanager und Kommunikationstechniker, Mitbegründer der Kulturvereinigung Roots; lebt in Wien.

Herbert Langthaler

Publizist und Ethnologe; lebt in Wien; Forschungsinteressen:
ostafrikanische Geschichte, Rassismus und Interkulturelle Beziehungen; Musik und Medium, regelmäßige Radiobeiträge für Ö1, Vorstandsmitglied der Asylkoordination Österreich.

Theater für die Götter

Viele Exponate der Ausstellung waren in ihrem Herkunftsland Bestandteil von Zeremonien. Das einzelne Objekt stellt dabei bloß ein Fragment der gesamten Bedeutung und Ästhetik dar. Masken, Skulpturen und Objekte verbinden sich mit ihren menschlichen Trägern zu bewegten, lebendigen Kunstwerken. Die Ritual Performance mit Musik, Tanz, Gesang und interaktiver Choreographie von Darstellern und Zusehern vernetzt die aktuellen Interessen lokaler Gemeinschaften mit Göttern und Vorfahren, die sichtbaren und unsichtbaren Welten, Vergangenheit und Gegenwart. Sie kann Tagespolitik oder Jahrhunderte altes Wissen in gleicher Weise künstlerisch interpretieren und kommentieren, ist Spektakel, Oper und Theater, Prozession und religiöses Ritual zugleich. Als Multimedia-Event stellt sie eine komploxe Kunstform mit zahlreichen Bedeutungen und Funktionen dar, die inhaltliche und ästhetische Gesamtgestalt ist an Zeit und Ort gebunden. Da jede Durchführung eine innovative Aufführung ist, spielt diese Kunstform auch eine bestimmte Rolle im Schaffen der afrikanischen Gegenwartskünstler.

Der Ausgang der Masken

Event für die Altersgruppe 10 bis 18 Jahre

Vortragsevent zu Zeremonie, Performance, Ritual und Objekt, gestaltet von bildenden und darstellenden Künstlern, Theoretikern und Ethnologen.

Termine/Ort

Freitag 14. November / MAK-Vortragssaal; Dienstag, 18. November, Freitag 21. November, Mittwoch, 10. Dezember, Freitag, 12. Dezember / MAK-Säulenhalle

Mitwirkende

Amadou Sow

Bildender Künstler; geboren 1951 in St. Louis, Senegal, lebt seit 1974 zwischen Dakar, Paris und Wien. Ausstellungen: Dak"Art, 1996 -Int. Biennale, Dakar, 1992; Corcoran Gallery, Washington; Galerie Sur, Wien.

Allou Dieme

Musiker und Performer; lebt in der Casamance, Senegal und Wien; langjähriger Assistent vom Germaine Acogny an der Intern. Kunsthochschule Mudra Afrique, Dakar; Choreograph und Tänzer in den Nationalbaletten von Senegal und Burundi; Arbeit mit mehreren afrikanischen Theater- und Musikgruppen; Leitung von Tanzworkshops in Senegal und Wien.

Chris Steiner

Tänzer und Performer; lebt in Wien; Leiter des Tanzstudios Move On und des Kulturvereines Ashanti.

Manfred Kremser

Ethnologe; lebt in Wien; Institut für Ethnologie, Universität Wien; Forschungsschwerpunkte: afrikanisch-karibische Religionen, Theater und Ritual, derzeit Projekt zu Kommunikation und Konsumtion von afrikanischen Religionen im worldwideweb.

Stephanie Schmiderer

Ethnologin und Schauspielerin; lebt in Wien; Forschungsinteressen:
afrikanisch-karibische Tanzkunst zwischen Ritual und Bühne; Ensemblemitglied Serapionstheater, Totales Theater, Gründerin des Wiener Salon Theater; zur Zeit vorwiegend Film- und Theaterarbeit.

Moderation

Frank Oladeinde

Schauspieler und Regisseur, Oralpoet, Mitbegründer der Kulturvereinigung Roots.

James Achike

Textildesigner, Performer und Musiker; lebt in Wien.

Herbert Langthaler

Publizist und Ethnologe; Forschungsinteressen: ostafr. Geschichte, Rassismus u. Interkulturelle Beziehungen; Musik und Medium, regelm. Beiträge für Ö1, Vorstandsmitglied der asylkoordination österreich.

Statuen sterben auch

Entdecken, Erobern, Forschen und Sammeln: Kunstwerke fungieren auch als Drehscheibe zwischen "eigenen" exotischen Phantasien und "anderen" Wirklichkeiten. Dieses Programmpaket thematisiert das Entstehen von Sammlungen außereuropäischer Kunst und deren heutige Funktion in der internationalen Kunstszene sowie den Umgang mit dem "Fremden", vergleicht historische und aktuelle Kunstproduktion, und hinterfragt Stereotype und kulturvergleichende Begriffe. Kunstwerke zirkulieren seit jeher innerhalb historischer Marktbeziehungen, durch Handel, Aneignung oder Geschenkaustausch, so auch Produkte, die für den jeweiligen "fremden Markt" hergestellt werden wie die sog. Fälschungen für den Kunstmarkt oder die als Souvenirs bestimmten Objekte der Tourist Art. Im internationalen Kunstbetrieb verselbstänigen sich die Objekte, haben "Eigensinn", werden mit neuen Bedeutungen und Wertkriterien belegt und sind Teil kultureller Mobilität.

Das Fest des Huhnes!

Event für die Altersgruppe 10 bis 18 Jahre

Filmvorführung: "Das Fest des Huhnes", Regie: Walter Wippersberg, Österreich 1992, 68 min.

Afrikanische Ethnologen unternehmen eine Expedition nach Oberösterreich, um die lokalen Stammestraditionen und religiösen Vorstellungen zu erforschen - ein ironischer Film über Stereotypen und kulturelle Wahrnehmung. Anschließend Diskussion mit Ethnologen, Philosophen und Soziologen in Anwesenheit des Filmemachers Walter Wippersberg (geb. 1945, Schriftsteller, Leiter d. Kl. f. Drehbuch u. Dramaturgie/Filmhochschule Wien).

Termine / Ort

Dienstag, 25. November, 2. Dezember, 9. Dezember / MAK-Vortragssaal

Kunst im Gebrauch!

Event für die Altersgruppe 14 bis 18 Jahre

Diskussion mit Kunsttheoretikern, Galeristen, Kuratoren und Sammlern afrikanischer Kunst.

Termine / Ort

Mittwoch, 12. November, 19. November / MAK-Vortragssaal

Mitwirkende

Walter Bareiss

Sammler, Stamford; geb. 1919, seit 1984 hauptsächlich in caritativen Organisationen tätig, etwa als Vorsitzender der Ankaufskommission des Museum of Modern Art, New York.

Simon Njami

Kurator, Autor, Filmemacher; unterrichtet Kunstsoziologie an der UCSD, Mitbegründer und Herausgeber der "Revue Noire - African Contemporary Art", lebt in Paris.

Christopher D. Roy

Ethnologe, Iowa City; Professor für Kunstgeschichte an der University of Iowa.

Armand Duchateau

Ethnograph, Historiker und Kurator, ehem. Leiter der Afrikasammlung des Museum für Völkerkunde

Kristian Fenzl

Privatsammler und Institut für EthnoDesign, e.V. Linz

Wolfgang Klein (Galerist)

Wolfgang Denk

Künstler und Kurator, ehem. künstlerischer Direktor Kunst.Halle.Krems

Peter Noever

Künstl. Direktor des MAK, realisierte Bauvorhaben: "Die Grube", Breitenbrunn (1972-94), MAK-Terrassenplateau, Wien (1988-93).

Moderation

Frank Oladelnde

Schauspieler und Regisseur, Oralpost, Mitbegründer der Kulturvereinigung Roots.

Herbert Langthaler

Publizist und Ethnologe; lebt in Wien; Forschungsinteressen:
ostafrikanische Geschichte, Rassismus und interkulturelle Beziehungen; Musik und Medium, regelmäßige Radiobeiträge für Ö1, Vorstandsmitglied der asylkoordination österreich.

Blickwechsel

Wann ist ein Kochtopf ein Kochtopf und wann ist er ein Kunstwerk? Warum ist das Schöne schön? Welches Vorwissen setzt das "Erleben" von Kunst voraus? Kunst unterliegt in Afrika und Europa unterschiedlichen Seh-Ordnungen und sozialen Kriterien, die Wahrnehmung, Gebrauch und Wissen, das individuelle und das kollektive Kunsterlebnis beeinflussen und damit auch die gesellschaftlichen Funktionen und Bewertungen von Kunst bestimmen. Das Verhältnis Ästhetik, Exotik und Wert ist der zentrale Aspekt in den Debatten um globale Kunst und die Mechanismen von Grenzziehung. Westliche Kunstbetrachtung behauptet universale Gültigkeit der von ihr erstellten Ordnungen und Klassifikationen - afrikanische Ansätze widersprechen dieser totalisierenden Praxis. Die reale kulturelle Mobilität erzeugt eine Verschiebung von theoretischen Standorten und der bisherigen Rezeptionsgeschichte, erfordert neue Begrifflichkeiten von Objekt und Bedeutung, Ästhetik und Funktion.

Globale Kunst - Multiple Seh-Ordnungen!

Event für die Altersgruppe 14 bis 18 Jahre

Eine Diskussion mit afrikanischen und westlichen Künstlern und Kunsttheoretikern, die ihre Positionen im aktuellen Kunstdiskurs vorstellen.

Termine / Ort

Mittwoch, 3. Dezember, Donnerstag, 4. Dezember, Freitag, 5. Dezember, Mittwoch, 17. Dezember / MAK-Vortragssaal

Mitwirkende

Pascale Marthine Tayou

Bildender Künstler (Installationen, mixed media), Ausstellungen:
1997, Biennale Habana, 2. Johannesburg Biennale (Alternating Currents), 1996, Dakar Biennale, Bonnefanten Museum, Maastricht; 1995, Setegaya Museum, Japan, Haus der Kulturen, Berlin; lebt in Yaounde und Douala, Kamerun.

Amadou Sow

Bildender Künstler; geboren 1951 in St. Lois, Senegal, lebt seit 1974 zwischen Dakar, Paris und Wien. Ausstellungen: Dak"Art, 1996 -Int. Biennale, Dakar, 1992; Corcoran Gallery, Washington; Galerie Sur, Wien.

Yinka Sonibare

Bildender Künstler (Textilien, mixed media), geb. 1962 in London. Ausstellungen: 1997, 2. Johannesburg Biennale (Alterning Currents), "Sensations", Royal Academy of Arts, London, Art Gallery of Ontario, Toronto, 1996, "Inklusion: Exklusion", steirischer herbst, Graz; lebt und arbeitet in London.

Simon Njami

Kurator, Autor, Filmemacher; unterrichtet Kunstsoziologie an der UCSD, Mitbegründer und Herausgeber der "Revue Noire - African Comtemporary Art", lebt in Paris

Christian Reder

Kunsttheoretiker, seit 1985 Prof. a.d. Hochschule f. angewandte Kunst, Wien (Kunst- u. Wissenstransfer), seit 1970 int. Beratungstätigkeit u.a. f. öffentliche Verwaltung, Entwicklungskonzepte f. Museen.

Ulrike Davis-Sulikowski

Ethnologin, Autorin und freie Kuratorin (1997, "Götterspeisen", Historisches Museum der Stadt Wien, 1996, "Die Andere Reise", Kunst.Halle.Krems); Forschungsinteressen: afr.-karib. Gesellschaftssysteme, Gegenwartskunst, Ästhetik und soziale Praktiken.

Moderation

Thomas Fillitz

Ethnologe, Institut für Völkerkunde, Universität Wien, Forschungsschwerpunkt u.a.: Anthropologie der Kunst - Ästhetik afrikanischer Gegenwartskunst.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichisches Museum für angewandte Kunst
Dorothea Apovnik
Tel.: 71136-233

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