Geschützte Werkstätte Wr. Neustadt: Investitionen und neue Geschäftsführung

Prokop, Dierdorf stellten positive Ergebnisse vor

St.Pölten (NLK) - Kein Bereich des Landesbudgets sei in den
letzten Jahren derart "explodiert" wie die Behindertenhilfe, hielt heute Landeshauptmannstellvertreter Liese Prokop bei der Präsentation eines Investitionsprogrammes und der positiven Ge-schäftsergebnisse der Geschützten Werkstätte Wiener Neustadt GmbH fest. In dieser Einrichtung arbeiten derzeit 110 Beschäftigte, davon 90 Behinderte, und fertigen ver-schiedenste Produkte wie Kfz-Anhänger, Teile für Türschlösser und führen Recyclin-garbeiten und Montagen für die Elektronikbranche durch. Auch der Bereich der Handmontage entwickelte sich zuletzt erfreulich, wobei beispielsweise Kleinteile zu-sammengeschraubt oder Waren eingezählt, etikettiert und verpackt werden. Damit hat die Geschützte Werkstatt Wiener Neustadt die kritische Lage der
letzten Jahre be-wältigen können, die vor allem durch den Verlust an Aufträgen an Billiglohnländern im Osten entstand. Wie der neue Geschäftsführer, Dipl.Ing Franz Berger, mitteilte, er-warte man für 1997 eine "schwarze Null" und werde auch die Quote bei der Beschäf-tigung von Behinderten erfüllen.

In Niederösterreich werden derzeit 5.300 Behinderte betreut, 1998 werde das Land für die Behindertenhilfe 950 Millionen Schilling ausgeben, erläuterte Prokop. Wenn man in absehbarer Zeit die 6.000er-Grenze bei den Betreuten und die Milliarden-Grenze bei der Behindertenhilfe erreiche, könne man von einer weitgehenden Voll-versorgung in Niederösterreich sprechen, wenngleich nicht
alle Bedürfisse abgedeckt würden. In Niederösterreich würden zwei von acht österreichischen Geschützten Werkstätten betrieben, die privatwirtschaftlich als GmbH organisiert seien. In diesen Einrichtungen werde die Beschäftigung von Behinderten durch Lohnkostenzuschüsse des Bundes, des Landes und des Arbeitsmarktservices gefördert. Prokop sprach von einer "Gratwanderung" zwischen Wirtschaftlichkeit und den Aufgaben einer behinder-tengerechten Beschäftigung. Ziel sei letztlich die Eingliederung der behinderten Men-schen in den Arbeitsmarkt. Da
dies in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Probleme mit sich
bringe, seien die Geschützten Werkstätten immens wichtig.

Wiener Neustadts Bürgermeister Traude Dierdorf hob besonders
das Engagement der neuen Geschäftsleitung hervor. Es sei gelungen, die Situation der Geschützten Werkstätte zu bereinigen und gleichzeitg den Anteil der Behinderten an der Beleg-schaft zu erhöhen. Sie verwies auch auf ein Investitionsprogramm für neue Maschi-nen mit einem Gesamtvolumen von 10 Millionen Schilling, das vom Bund, vom Land Niederösterreich und von der Stadtgemeinde Wiener Neustadt finanziert wurde.

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