"Pelzebub ade!" - Pelz ist out! Tierhilfswerk Austria ruft zum Pelz-Boykott auf

Wien (OTS) - Heute, Mittwoch, 12. November 1997, hält das Tierhilfswerk Austria (THWA) vor der Filiale der Firma Kleiderbauer in 1070 Wien, Mariahilfer Straße 67, um 10.00 Uhr, eine Protestkundgebung zum Thema Pelz ab. Andere Tierschutzorganisationen wie der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) oder der Verein gegen Tierfabriken (VgT) demonstrieren zur selben Zeit bei weiteren Wiener Kleiderbauer-Läden. Der Verein RespekTiere macht in der Salzburger Innenstadt auf das Leid der Tiere in Pelzfarmen aufmerksam.

In ganz Westeuropa wurden in den vergangenen Jahren Pelzträger zur Seltenheit im Straßenbild. Die Aufklärungskampagnen der Tierschutzorganisationen hatten das ihrige dazu biegetragen. Für die Pelzindustrie bestand akuter Handlungsbedarf. Eine millionenschwere PR-Kampagne war die Folge. Modefirmen wie Dior oder Fendi erhielten Felle kostenlos zur Verfügung gestellt, nur damit Pelz in der neuen Winterkollektion vertreten war. In Österreich setzen vor allem zwei Firmen auf Pelz und Pelzaccessoires: Tlapa und Kleiderbauer.

Die Firma Kleiderbauer bietet um ATS 1.999,- eine Jacke mit Kojotenkragen an; um denselben Preis gibt es Jacken mit blau oder grün eingefärbten Fuchskrägen. Für ATS 2.399,- wird eine Jacke mit Wolfskragen feilgeboten. Andere Pelzgeschäfte bieten sogenannte "Gae-Wölfe" an. Die vermeintlichen Wölfe sind in Wirklichkeit Streunerhunde (meist aus Korea). Sehr beliebt ist auch der Finn Raccoon. Auch hier entpuppt sich der angebliche Waschbär als Marderhund. Christian Janatsch, THWA-Präsident: "Wolfsverbrämungen sind ein Faustschlag für den Artenschutz. Sind doch fast alle Arten dieser Gattung auf Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgelistet. Pelzetragen ist ein barbarisches Relikt aus grauer Vorzeit."

Etwa ein Drittel aller Pelze stammt aus der Fallenjagd mit Fangeisen oder Drahtschlingen. Zwei Drittel kommen aus Pelzfarmen. Vergasen oder Genickbruch (Nerz), Strom ins After oder Giftspritze (Fuchs) bzw. Stromstöße gegen die Genitalien (Chinchilla) sind dabei die gängigen Tötungsmethoden. Gut 15 % der gehaltenen Tiere sterben durch Selbstverstümmelung oder streßinduzierten Kannibalismus durch Artgenossen.

Mag. Alexander Willer, Kampagnenleiter THWA: "Belzebub ist bekanntlich der Vater der Lüge. Eine Lüge ist auch, daß Pelze "ökologisch sichere Produkte" sind. So wurden Pelzfirmen wegen diesem falschen Slogan von den Werberäten in England, den Niederlanden, Italien, Dänemark und Finnland verwarnt. Verständlich, wenn man an die extreme Umweltbelastung durch die phosphor- und nitrathaltigen tierischen Fäkalien aus Pelzfarmen denkt. Lügen haben kurze Beine:
"Pelzebub ade!"

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: 02243/22964

Tierhilfswerk Austria

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS