Procter & Gamble untersucht Überlebensquote von Patienten nach Herzanfällen mit neuem antiarrhythmischem Arzneimittel Stedicor (Azimilid) (Teil 2/3)

(Teil 2/3)

Fakten über:Arrythmie

* Eine Arrhythmie ist eine Abnormalität des Herzschlags oder der Herzfrequenz.

* Eine Arrhythmie wird verursacht durch eine Störung der jener elektrischen Impulse und des Leitvermögens, die konstant vom Herzen erzeugt werden.

* Arrhythmien werden in zwei Gruppen eingeteilt: Tachyarryhthmien, bei denen die Herzfrequenz schneller als normal ist (mehr als 100 Schläge pro Minute), und Bradarrhythmien, bei denen die Herzfrequenz langsamer als normal ist (weniger als 100 Schläge pro Minute). Azimilid wird als Ziel die Behandlung von Tachyarrhythmien haben.

* Wenn rasche, unregelmäßige Herzschläge auftreten (100 bis 200 Schläge pro Minute), die ihren Ursprung in der Hauptpumpgegend des Herzens haben, den Herzkammern, wird dies ventrikuläres Herzjagen genannt, welches eine potentiell tödlich verlaufende Arrhythmie sein kann.

* Eine häufig auftretende Ursache von Arrhythmie ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. Bei diesem Zustand werden die Gefäße, die das Herz mit Blut versorgen, durch Fettdepots und Blutgerinnsel verengt und können nicht mehr genug Blut in das Gewebe pumpen, das dadurch Schaden erleidet.

* Arrhythmien aufgrund von Erkrankungen der Herzkranzgefäße tauchen weit häufiger nach Herzanfällen auf.

* Bestimmte Arzneimittel oder Stimulans wie Alkohol oder Koffein können bei einigen Menschen Herzjagen verursachen. Einige Anti-Depressiva und einige illegale Drogen, wie Kokain, können zudem ernsthafte oder manchmal tödliche Arrhythmien verursachen, wenn sie in hohen Dosen genommen werden.

* Die Symptome von Arrhythmien umfassen Ohnmachtstendenzen, Schwindel, Brustschmerz oder Herzklopfen, Nervosität und eine Unfähigkeit, normale Aktivitäten aufgrund von Energiemangel auszuführen.

* Es gibt viele verschiedene Arten von Arzneimitteln, die bei der Behandlung von Arrhythmien benutzt werden können, einschließlich Beta Blockern, Kalziumkanal-Blockern, Digitalis-Arzneimitteln und Kaliumkanal-Blockern, wie Azimilid. Zusammen mit der Hilfe bei der Regulierung anderer Körperfunktionen ist Kalium ein wichtiges Mineral, das in Verbindung mit Natrium und Kalzium dabei hilft, den normalen Herzrhythmus beizubehalten. Überschüssige Mengen oder Mängel an Kalium im Körper sind den Erkenntnissen nach die Ursache für Herzrhythmus-Störungen und in einigen Fällen für Herzversagen.

* Ventrikuläre Arrhythmien (z.B. "V-Fib") können plötzlichen Herztod verursachen, wenn das Herz plötzlich aufhört zu schlagen.

* Mehr als zwei Millionen Amerikaner leiden an Arrhythmien.

* Jedes Jahr sterben allein fast 400.000 Menschen in den USA an plötzlichem Herztod, was dies zu einer der führenden Todesursache bei Erwachsenen weltweit macht.

Überblick über klinische Versuche bei Arrhythmie

Die Forscher suchen weiterhin nach neuen therapeutischen Modalitäten, die die Prognose bei Patienten verbessern können, und zwar auf einem Niveau, das mit derzeitigen Therapien als erreichbar angesehen wird. Frühere klinische Versuche mit antiarrhythmischen Arzneimitteln sind nicht in der Lage gewesen, den Vorteil von verbesserten Überlebenschancen bei Patienten zu demonstrieren. Von allen vorgeschlagenen Risikofaktoren, die in der medizinischen Fachliteratur besprochen wurden, sind die besten Vorhersagen von arrhythmischer Sterblichkeit bis zum heutigen Tage die Low Left Ventricular Ejection Fraction (LVEF) weniger als 40 Prozent) und eine niedrige Änderung bei der Herzfrequenz.

Zum ersten Mal wird ein groß angelegter medizinischer Versuch, ALIVE, (AzimiLide post-Infarct surVival Evaluation) die Fähigkeit eines antiarrhythmischen Arzneimittels, Stedicor(R), (Azimilid) einschätzen, um die langfristige Überlebensrate bei Patienten zu erhöhen, die schon eine Herzattacke hinter sich haben (MI) und dem Risiko ausgesetzt sind, einen plötzlichen Herztod zu sterben (mit Linksherzdilatation und einer kleinen Änderung bei der Herzfrequenz). Im folgenden findet sich ein kurzer Überblick über die vergangenen antiarrhythmischen Arzneimittelversuche:

BASIS (Basel Antiarrhythmic Study of Infarct Survival)

Beschreibung: Prospektiv-Studie mit Placebokontrolle an 312 Patienten mit anhaltenden asymptomatischen komplexen Arrhythmien nach MI mit dem Test des Effekts auf persönlich abgestimmte antiarrhythmische Behandlung gegenüber niedrig dosiertem Amiodaron oder Placebo bei Gesamtsterblichkeit und arrhythmischen Vorkommnissen (z.B. plötzlicher Tod, anhaltendes ventrikuläres Herjagen und ventrikuläre Faserbildung).

Ergebnisse: Die Ergebnisse lassen vermuten, daß Amiodaron in niedriger Dosis die Sterblichkeitsrate im ersten folgenden Jahr bei MI-Patienten mit einem hohen Risiko an plötzlichem Tod senkte.

CAMIAT (Canadian Amiodarone Myocardial Infarction Arrhythmia Trial). Beschreibung: Randomisierte Doppelblindstudie mit Placebokontrolle, die angelegt wurde, um die Wirkung von Amiodaron beim Risiko von reanimierter ventrikulärer Faserbildung oder arrhythmischem Tod bei 1.202 Patienten nach MI einzuschätzen, die häufige oder wiederholte ventrikuläre vorzeitige Depolarisierung, die Ventricular Premature Depolarization (VPD) aufwiesen.

Ergebnisse: Amiodaron reduziert das Auftreten von ventrikulärer Faserung oder arrhythmischem Tod bei Post-MI-Patienten mit häufigen oder wiederholten VPDs. Die Reduzierung von absolutem Risiko war am häufigsten bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz oder mit einer Vorgeschichte an MI.

SWORD (Survival with Oral d-Solatol)

Beschreibung: globale, placebo-kontrollierte Studie mit 6400 Patienten zur Untersuchung, ob das antiarryhthmische Arzneimittel d-solatol die Sterblichkeit reduzierte, die aus wie immer gearteten Gründen bei Überlebenden mit hohem Risiko von akutem Myokard-Infarkt (AMI) mit einer Linksherz-Ejektionsfraktion in Höhe von 40 Prozent oder weniger auftrat, und einer entweder erst kürzlich (6 bis 42 Tage) aufgetretenen oder länger zurückliegenden (mehr als 42 Tage) AMI mit offenem Herzversagen.

Ergebnisse: Der Versuch wurde vorzeitig gestoppt aufgrund einer unerwartet hohen Sterblichkeitsrate bei der Behandlungsgruppe. Mutmaßliche arrhythmische Tode machten die erhöhte Sterblichkeit aus und die Forscher fanden heraus, daß d-sotalol in Zusammenhang gebracht werden kann mit erhöhter Sterblichkeit bei Patienten mit hohem Risiko nach einem MI.

CAST I (The Cardiac Arrhythmia Suppression Trial)

Beschreibung: Globale, plazebokontrollierte Studie mit 1498 Patienten zur Bestimmung, ob die Unterdrückung von ventrikulärer ursprungsferner Aktivität mittels antiarrhythmischer Arzneimittel (Encainid, Flecainid) nach dem MI das Auftreten von arrhythmischem Tod reduzierte.

Ergebnisse: Der Versuch wurde vorzeitig beendet aufgrund einer unerwartet hohen Sterblichkeitsrate bei der aktiven Behandlungsgruppe. Die Forscher wiesen auf die Wechselwirkung zwischen Ischämie und der Behandlung mit Encainid oder Flecainid hin, die verantwortlich für die erhöhte Sterblichkeit sein könnte, die bei der Behandlungsgruppe beobachtet wurde.
(Forts)

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