Caritasdirektor Landau fordert Befreiung von Stempelmarkengebühr für sozial Schwache analog zur Befreiung von der Rezeptgebühr

Wien, 11. 11. 1997 (car-pd). "Die Erhöhung der Gebühren für Stem-pelmarken bringt unnötige Härten für Obdachlose mit sich," sagt der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. "Wer auf der Straße leben muß, hat oft mehrmals seine Dokumente verloren. Ohne Papiere gibt es aber keinen Groschen vom Staat", betont Landau. Alle Soziallei-stungen seien an den Besitz von gültigen Dokumenten gebunden. Deshalb sei der erste Schritt für Mittellose oft der Weg zu den Behör-den, um neue Papiere zu beantragen.

Da jede Neuausstellung von Dokumenten wie Geburtsurkunde, Hei-ratsurkunde oder Personalausweis jedoch mit Stempelgebühren oft in der Höhe von mehreren hundert Schilling verbunden sei, treffe die Er-höhung Obdachlose besonders schmerzlich, erläutert Landau. "Deshalb fordert die Caritas eine Gebührenbefreiung für sozial Schwache analog zur Befreiung von der Rezeptgebühr. Es darf nicht sein, daß eine weitere Budgetsanierungsmaßname den Ärmsten auf den Kopf fällt."

Der Wiener Caritasdirketor bedauerte, daß die Sparmaßnahmen der Regierung "sehr oft von Menschen mit niedrigen Einkommen finanziert werden müssen."
Landau erneuerte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach der Wiedereinführung der Geburtenhilfe für sozial Schwache und nach der Verlängerung des Karenzgeldes für Alleinerzieherinnen auf zwei Jahre. 1

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