Nach Hochwasser-Katastrophe umfassende Sanierungsarbeiten

Wagner: Sofortprogramm schloß Lücken im Hochwasserschutz

St.Pölten (NLK) - "Die Wasserbau-Fachleute des Amtes der NÖ Landesregierung haben nach dem Katastrophen-Hochwasser im Juli dieses Jahres hervorragende Lei-stungen erbracht und ein Sofortprogramm zur Behebung der Schäden durchgezogen. Dadurch
haben wir an allen Stellen, wo bei einem neuerlichen starken Hochwasser Gefahr für Menschenleben oder ufernahe Objekte
bestanden hätte, binnen weniger Wochen die dringendsten Sanierungsmaßnahmen abschließen können. Die von den entfesselten Fluten gerissenen Lücken in den Schutzbauten wurden geschlossen", berichtete heute Landesrat Ewald Wagner. Kein Zweifel könne freilich daran beste-hen, daß in den nächsten Jahren zusätzliche Mittel für Reparaturarbeiten aufgewen-det werden müßten. Auch seien Projekte durchzuziehen, deren Dringlichkeit beim Katastrophen-Hochwasser deutlich wurde.

Für Sofortmaßnahmen wurden fast 63 Millionen Schilling investiert. Dazu kommen noch 157 Millionen Schilling für weitere Maßnahmen, die nach der "heißen Phase" im Rahmen eines "erweiterten Hochwasserschaden-Behebungsprogrammes" durchge-zogen wurden. Während für die Arbeiten an den sogenannten Bundesflüssen, wie der Traisen, der Bund allein aufkommt, muß das Land Niederösterreich annähernd die Hälfte der Aufwendungen für die sogenannten Interessentengewässer, also die klei-neren Flüsse, tragen. Alles in allem muß man 220 Millionen Schilling in die Hand nehmen, um die notwendigen Arbeiten an Böschungen und Dämmen durchzuführen. Da-von entfallen auf den Bund 151,3 Millionen Schilling, auf das Land fast 43,5 Millionen Schilling. Die Entscheidung, seitens des Landes umgehend diese Beträge zu investie-ren, sei rasch und unbürokratisch gefallen, unterstrich Wagner die gute Zusammenar-beit mit Finanz-Landesrat Edmund Freibauer.

Die Wasserbauverwaltung des Landes Niederösterreich unterhalte für Sanierungs-maßnahmen seit Jahrzehnten sogenannte Eigenregiepartien, um nach Hochwässern rasch einschreiten zu können. Das habe sich bewährt, hielt Hofrat Dipl.Ing. Karl Dim-mel von der Abteilung Wasserbau des Amtes der NÖ Landesregierung fest. Rund 65 Arbeitskräfte und Geräte des landeseigenen Flußbauhofes Plosdorf seien eingesetzt worden. Aber auch von Firmen wurde Gerät angemietet. Dadurch sei es möglich ge-wesen, einen Großteil der Schäden durch Sofortmaßnahmen zu beheben. Als Bei-spiele nannte Dimmel die eingestürzten Ufermauern im Stadtgebiet von Baden und
im Zentrum von Mödling. Dringend saniert mußte auch der Regulierungsbereich der Schwechat im Raum Tribuswinkel werden, der schwerste Schäden aufwies. Unmittel-bar nach Ablaufen der Fluten begannen auch die Arbeiten an der Traisen in Lilienfeld. Zudem mußten die erfahrenen Mitarbeiter der Wasserbauverwaltung mit größtem Tempo Bauten in Gablitz, Sieghartskirchen, Ebersdorf, Purkersdorf und Mauerbach sichern, da dort extreme Uferanrisse drohten. Mit Millionenaufwand wurden von den Eigenregiepartien des Landes bereits an Traisen, Gölsen, Schwarza, Piesting, Trie-sting, Schwechat und Perschling Uferbrüche verbaut, Dämme saniert und Gemein-destraßen wiederhergestellt.

Nach wie vor stehen aber umfangreiche Sanierungsarbeiten
abseits von den ver-bauten Gebieten bevor, die vorerst
aufgeschoben wurden, um dort eingreifen zu kön-nen, wo "Gefahr im Verzug" war. Wie Dimmel betonte, müßten noch viele Flußkilome-ter von Anlandungen befreit werden. Ins Wasser gestürzte Bäume und Ansammlun-gen von Treibholz und Wurzelstöcken seien zu beseitigen. Auch werde man stark unterspülte und schräg stehende Bäume schlägern müssen, um Gefahrenpunkte bei den zu erwartenden Hochwässern im Winter und nach der Schneeschmelze auszu-schalten. Diese Arbeiten laufen jetzt voll an, wobei man im Industrieviertel das Bun-desheer um Hilfe ersuchen will.

Das Katastrophen-Hochwasser hat auch gezeigt, wo eine Modernisierung und ein Ausbau von Schutzbauten notwendig ist. Die Wasserbauverwaltung werde in den nächsten Jahren versuchen, je
nach vorhandenen Mitteln die Wünsche der Gemein-den zu berücksichtigen, meinte Dimmel dazu. Eines der konkreten Projekte ist bei-spielsweise der Umbau der sogenannten "Kaiserablässe" bei der Mündung der Trie-sting in die Schwechat, die bei Hochwasser oder Eisstau zu Gefahrenstellen werden. Der Umbau dieser Anlagen soll 1998 begonnen werden. Die Gesamtkosten werden mit rund 45 Millionen Schilling beziffert. In den nächsten Jahren soll mit Kosten von rund 300 Millionen Schilling auch der Hochwasserschutz für die Schwechat-Gemeinden zwischen Achau und Schwechat
verbessert werden. 1998 wird zudem ein Rück-haltebecken an der Leitha in Katzelsdorf fertiggestellt.

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