SCHWARZE WOCHE FÜR VERKERHSSICHERHEIT -28 TOTE IN DER LETZTEN WOCHE

KfV: So darf es nicht weitergehen ! - GRAFIK Der österreichische Nationalrat soll endlich handeln -Punkteführerschein und 0,5 Promille-Grenze dringend notwendig !

wien (OTS) - Den raschestmöglichen Beschluß zusätzlicher Verkehrssicherheitsmaßnahmen durch den Nationalrat fordert das Kuratorium für Verkehrssicherheit angesichts der schrecklichen Opferbilanz der vergangenen Woche.

Vom 3. bis zum 9. November 1997 mußten nach vorläufigen Zahlen 28 Menschen auf Österreichs Straßen das Leben lassen, 13 davon alleine am Wochenende. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 19 Tote, neun davon am Wochenende.

Die Hauptunfallursachen waren wieder Fahren mit nicht angepaßter Geschwindigkeit (15), Vorrangverletzung (4), Unachtsamkeit (2), Übermüdung (1), Fehlverhalten eines Fußgängers (1), 1 Unfall ist noch unklar.

Mangelnde Disziplin im Straßenverkehr und fehlende oder zu geringe Eigenverantwortung sind die wahren Ursachen der meisten Verkehrsunfälle, so ein Sprecher des Kuratorium für Verkehrssicherheit. Besonders tragisch belegt das der Unfall in Kärnten am Donnerstag, der inzwischen ein fünftes Todesopfer gefordert hat. Ein 25-jähriger LKW-Lenker wendet trotz doppelter Sperrlinie, um auf den Parkplatz eines Gasthauses zu gelangen - 5 junge Menschen starben einen sinnlosen Tod.

Vorige Woche sind aber auch 3 Fußgänger durch Fremdverschulden ums Leben gekommen, Alkohol war bei zwei Unfällen beteiligt, fünf tödlich verunglückte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit fordert daher vom Nationalrat erneut die sofortige Einführung der 0,5 Promille-Grenze im Straßenverkehr und die Schaffung eines generalpräventiv wirkenden Punkteführerschein-Systems in Österreich!

Daß es ohne zusätzliche legistische Maßnahmen nicht möglich ist, die Unfallzahlen zu senken, zeigt leider auch wieder die soeben veröffentliche Unfallstatistik Jänner bis September 1997.

Nach vorläufigen Ergebnissen ereigneten sich im Zeitraum Jänner bis September 1997 28.993 Unfälle mit Personenschaden bei denen 37.777 Verkehrsteilnehmer Verletzungen erlitten und weitere 821 tödlich verunglückten. Damit ist im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum die Zahl der Unfälle um 1.656 (plus 6%) und jene der Verletzten um 2.192 (plus 6%) gestiegen. Die Zahl der Verkehrstoten stieg von 758 auf - vorläufig - 821. Das ist ein Plus von 63 Toten oder 8%.

Bei jedem 9. Unfall mit Personenschaden (3.221) war ein Kind bis zum 14. Lebensjahr beteiligt, das ist ein Zuwachs um 272 oder 9%. Dabei wurden 3.316 Kinder verletzt, (plus 257 oder 8%) und weitere 24 (minus 15 oder 39%) getötet.

Die Zahl der Alkoholunfälle liegt mit 1.813 etwa auf dem Niveau des Vergleichs-zeitraumes des Vorjahres (1.829), die Zahl der Toten stieg jedoch von 57 auf 67, das ist ein Plus von 18%. 2.566 Menschen wurden bei Alkoholunfällen verletzt, das ist ein Plus von 3%.

Für den Monat September 1997 wurden 3.482 Unfälle mit Personenschaden registriert. Das sind um 343 oder 11% mehr als im Vorjahresmonat, bei denen 4.479 Personen verletzt wurden (+435 oder +11%). Die Zahl der Todesopfer betrug 98 gegenüber 82, das ist ein Plus von 16 oder 20%.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit erinnert noch einmal: Derzeit stehen zwei Wege zu mehr Verkehrssicherheit offen: Erstens: Die bereits lange überfällige 20. StVO-Novelle wird erneut zur Abstimmung gebracht (inklusive 0,5 Promille-Grenze) oder zweitens: Die durch Ablehnung der 20. StVO-Novelle notwendig gewordene Reparatur des beschlossenen Führerscheingesetzes, das sich in einigen Punkten auf die 20. StVO-Novelle bezieht, wird um die Aufnahme des Punkteführerscheins und der Einführung der 0,5 Promille-Grenze erweitert.

Das wären im Gegensatz zur bevorstehenden Mopedfahrerlaubnis für 15-Jährige und der Möglichkeit zum Lenken von Leichtmotorrädern für B-Führerschein-Besitzer wirklich Verkehrssicherheits-Maßnahmen!

Bitte beachten Sie auch die Aussendung des BM f. Inneres (OTS0075).

Die zum Text zugehörige Grafik ist in der APA-Datenbank "Grafik" mit dem Agenturkürzel OGS abrufbar !

Rückfragen & Kontakt:

Abt.f.Öffentlichkeitsarbeit
Herbert Koczera

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KFV/OTS