FISCHLER: Leader-Symposium soll "Laboratorium zukünftiger Innovationen im ländlichen Raum" werden

Brüssel (OTS) - Bei einer Rede zur Eröffnung des
LEADER-Symposiums in Brüssel lud EU-Kommissär Fischler die Teilnehmer ein, durch Erfahrungsaustausch und Ideenvernetzung Impulse für die erfolgreiche Gemeinschaftsinitiative LEADER (Aktionen zur ländlichen Entwicklung auf Initiative der Kommission) zu setzen. Auch in Zukunft sollten innovative Konzepte für den ländlichen Raum durch den für Leader typischen "Netzwerkgedanken" weiterverbreitet werden.

In seiner Ansprache vor über 800 "Aktionsträgern" aus Ziel 1, 5b und 6-Gebieten ging der EU-Kommissär auf den bestehenden Erfolg der Initiative ein, der laut Fischler u.a. auf der aktiven Mitwirkung der Bevölkerung vor Ort und der Prioritätsgebung innovativer Mabnahmen basiert: "Häufig genug sind gute neue Ideen durch die Maschen der bestehenden Förderprogramme gefallen, weil diese Ideen nicht auf harte Investitionen, sondern auf sogenannte 'weiche' Standortfaktoren ausgerichtet waren." Zur Philosophie von LEADER gehöre es eben, diese 'weichen' Faktoren zu fördern.

Zur Entwicklung der Initiative seit Ihrer Gründung 1991 meinte Fischler, dab sie von einem 'projektbezogenen zu einem eher programmbezogenen Ansatz' gereift wäre und wies aber gleichzeitig auf die Notwendigkeit hin, den erhöhten Verwaltungsaufwand und die Verzögerungen, die mit einem formalisierten Verfahren entstehen könnten, auf ein Minimum zu beschränken.

"Trotz aller Förderungen zählen die meisten ländlichen Räume in der Gemeinschaft nach wie vor zu den wirtschaftlich schwächeren Regionen" meinte Fischler und ging dann auf die Bedeutung der Landwirtschaft für die ländliche Entwicklung ein. "Die multifunktionale Landwirtschaft leiste nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Diversifizierung der ländlichen Räume, durch die Erhaltung unserer Kulturlandschaften trage sie entscheidend dazu bei, daß die ländlichen Räume ihre Funktionen als Wohn- und Wirtschaftsstandorte, als ökologische Ausgleichsräume und als Standorte der autochtonen Kultur wahrnehmen können", so Fischler

Im Hinblick auf die Reform der Gemeinschaftsinitiativen, welche vorsieht, die Zahl der Initiativen ab dem Jahr 2000 von derzeit 13 auf 3 zu reduzieren, wovon eine auf die Entwicklung der ländlichen Räume ausgerichtet sein wird, sagte FISCHLER dab man die Gelegenheit nützen sollte, die hier von lokalen Experten gewonnenen Erfahrungen für die Ausgestaltung einer neuen Initiative für den ländlichen Raum miteinzubeziehen.

Abschließend erklärte der EU-Kommissär, dab das entscheidende Anliegen der verschiedenen LEADER-Netzwerke Kooperationen zwischen ländlichen Gebieten, benachbarten Regionen und Staaten sei und forderte die Teilnehmer auf, "in guter LEADER-Tradition aus diesem Symposium ein Laboratorium für die Zukunft" der ländlichen Entwicklung zu machen. Kommissär Fischler hält am Dienstag, 11. November 1997, um 17.00 Uhr eine Pressekonferenz im Palais des Congres in Brüssel.

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