Pröll und Prokop bei Jugendkommunalkongreß

Verständnis für Jugendliche ist das wichtigste

Niederösterreich (NLK) - Die Schwierigkeiten in der Kommunikation mit der Jugend und wie diese zu lösen sind, standen im Mittelpunkt des 3. Jugendkommunalkongresses "Auf einer Wellenlänge mit der Jugend", der heute in Tulln abgehalten wurde. Experten beleuchteten die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln und diskutierten Lösungsmöglichkeiten mit den Teilnehmern. ****

Prof. DDr. Michael Fischer von der Universität Salzburg stellte Thesen zur Jugendkultur auf und meinte, daß Politiker heute Kultfiguren sein müßten, um wahrgenommen zu werden. Politik orientiere sich heute nicht mehr an ethischen Werten. Fischer forderte im Namen der Jugendlichen eine kreative Demokratie mit Phantasie.

Der Sozial- und Marktforscher Dr. Erich Brunmayr präsentierte die Ergebnisse seiner Jugendstudie. Er zeigte vor allem den neuen Zeitgeist, die veränderte Lebenswelt und die Jugendarbeit in den Gemeinden auf.

Dr. Norbert Bolz von der Universität Essen ging der Frage nach, ob die Gesellschaft an der Jugend vorbeikommuniziere. In acht Thesen beschrieb und interpretierte er das Gesellschaftsbild von gestern und heute sowie das Verhältnis zwischen den Generationen. Außerdem wurden bei der Veranstaltung erfolgreiche Jugendmarketing-Strategien diskutiert.

Landeshauptmann Pröll meinte, daß auch Marketing-Strategen viel von Politikern lernen könnten, nicht nur umgekehrt. Marketing-Strategien würden den menschlichen Aspekt vernachlässigen. "In der Jugendarbeit ist vor allem Verständnis für die Probleme der Jugendlichen gefragt. Der persönliche Zugang ist ausschlaggebend, um Problemfelder richtig zu erkennen und entsprechende Perspektiven aufzuzeigen", unterstrich Pröll. Er habe die Erfahrung gemacht, daß Politikverdrossenheit nur ein Schlagwort ist: "Ich habe äußerst engagierte und interessierte Jugendliche kennengelernt, die natürlich entsprechend gefördert und gefordert werden wollen. Die Aufgabe der Politiker sei es, noch geltende Grundwerte aufzuzeigen. Die Glaubwürdigkeit der Politiker könne am besten unmittelbar in den Gemeinden durch entsprechende Arbeit bewiesen werden.

LHStv. Prokop betonte, daß Jugendliche stärker in das Gesellschaftsleben eingebunden werden müßten. Echte Jugendarbeit müsse in den Gemeinden geleistet werden, das Land könne nur unterstützen und Initialzündungen geben. Prokop: "Die Jugend ist die flexibelste Gruppe. Wir müssen ihre Verhaltensweisen erkennen und verstehen und entsprechende Angebote entwickeln." Für eine optimale Zusammenarbeit müßten geeignete Kommunikationsformen gefunden werden. In Niederösterreich würden in Zukunft mit Hilfe von Experten neue Formen der Jugendarbeit in den Gemeinden erarbeitet werden. "Wissenschaft und Politik müssen besser zusammenarbeiten", forderte Prokop.

Der Jugendkongreß, der vom NÖ Landesjugendreferat und dem Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie voranstaltet wurde, war auch via Internet zu verfolgen.

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