AK: Geplante Bahn-Tariferhöhungen zu hoch

Bundesbahn plant unzumutbare Preiserhöhungen für Pendler -Preissteigerung um 40 bis 180 Schilling bei Monatskarten geplant - Auch VOR-Tarife müßten steigen

Wien (AK) - Die Pendler werden von den geplanten Bahntarifen unzumutbar belastet: Das kritisiert die AK an den für 1998 vorgesehenen Tariferhöhung bei Wochen- und Monatsstreckenkarten
der ÖBB. Im Schnitt betrage die Preiserhöhung 16 Prozent bei Wochen- und 14 Prozent bei Monatskarten. Mitbetroffen wären die Tarife im Verkehrsverbund Ostregion, die außerhalb der Kernzone ebenfalls steigen müßten. Für die AK ist eine Preissteigerung in dieser Höhe nicht akzeptabel, sie forderte ÖBB-Generaldirektor Draxler in einem Schreiben auf, die Tarifpläne neu zu
überdenken. Akzeptabel sei allenfalls eine wirklich moderate Preisanpassung, die die Pendler nicht zu sehr belastet. ****

Die für 1998 geplante Tariferhöhung der ÖBB bei den Wochen- und Monatsstreckenkarten würde die Pendler stark treffen, kritisiert die AK. Die Erhöhung weise auch verkehrspolitisch in die falsche Richtung und ermuntere höchstens zum Umsteigen auf den Pkw.

Nach den der AK bekanntgewordenen Tarifplänen soll die Wochenstreckenkarte für die Pendler um durchschnittlich 16
Prozent teurer werden, eine Monatstreckenkarte um
durchschnittlich 14 Prozent. Betroffen wären vorwiegend jene Pendler, die auf kurzen Strecken bis 15 Kilometer unterwegs
sind: Die Monatskarte soll dort rund ein Viertel mehr als bisher kosten. Die AK kritisiert die Höhe der Tarifanhebungen als "unzumutbar".

Konkret sehen die Tarifpläne vor:

+ Bei Monatskarten bis 25 Kilometer eine Anhebung um 40 bis 70 Schilling, von 26 bis 50 Kilometer eine Verteuerung von 100 Schilling, bei größeren Entfernungen eine Anhebung um 130 bis
180 Schilling.

+ Wochenkarten sollten auf Kurzstrecken bis 25 Kilometer um 15
bis 20 Schilling, von26 bis 50 Kilometer um 30 und ab 50
Kilometer um 40 bis 50 Schilling mehr kosten.

Die ÖBB heben ihre Tarife innerhalb von fünf Jahren seit ihrer Ausgliederung das fünfte Mal an, erinnert die AK. Seit 1993
seien etwa die Monatskarten massiv teurer geworden - zum
Beispiel für Strecken über 50 km (Wien - St. Pölten) um 47 Prozent, auf Kurzstrecken unter 10 km sogar um 68 Prozent. Im
selben Zeitraum stieg der Verbraucherpreisindex nur um etwas
mehr als 10 Prozent.

Die AK hält nur eine moderate Anpassung der Tarife für
akzeptabel. ÖBB Generaldirektor Draxler solle die geplanten Erhöhungen nochmals überdenken.

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