VOTRUBA : GEGEN STRESS RAHMENBEDINGUNGEN VERBESSERN

Symposium "Stress lass nach! Frauen in der Männerwelt"in Baden

St. Pölten (SPI) Aufgabe der Politik ist es,
Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer die Menschen ihr Leben nach ihren Vorstellungen und Wünschen, gemäß ihrer Ausbildung und Lebensplanung gestalten können.Gerade für Frauen hat die Schaffung solcher Rahmenbedingungen besondere Bedeutung, zumal sie in Wahrheit die Haupt-und Erstbetroffenen der meisten Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft sind und zugleich mit der Hausarbeit und der Erziehung der Kinder zusätzlich belastet werden, erklärte Landesrätin Traude Votruba Freitag bei der Eröffnung des Symposiums "Stress lass nach ! Frauen in der Männerwelt" im Congresscasino Baden.

Unabhängig von der persönlichen Lebengestaltung, auf die wir weder Einfluß nehmen können noch wollen, gilt es die von aussen auf die Frauen einwirkenden Streßfaktoren zu minimieren :
Unsicherheit am Arbeitsplatz, schlechtbezahlte, belastende Arbeitsplätze - womit ich nicht die Karrierefrauen meine, die persönlichen Streß als Preis des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstiegs bewußt in Kauf nehmen, sondern die hunderttausenden geringfügig Beschäftigten, die in den Tagesrandzonen arbeiten müssen, die Fließbandarbeiterinnen im Akkord, die Krankenschwestern mit dem ungeheuren psychischen Druck und viele mehr, forderte die Landesrätin.

Es wäre eine Illusion zu glauben, von heute auf morgen eine "heile Welt" oder das "Paradies" schaffen zu können, so Votruba, die ebenso davor warnte zu glauben, daß as Problem allein mit persönlichen Streßminimierungsprogrammen oder anderer Ernährung und vielem mehr in den Griff zu bekommen wäre. "Denn würde ein Delegieren der Verantwortung auf das schwächste Glied in der Kette der politischen und gewerkschaftlichen Auseinandersetzung bedeuten
- an die betroffenen Frauen", stellte die Landesrätin klar. Es bedarf vielmehr beider Ebenen : Der Schaffung humaner Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt, eines wirklich bedarfsgerechten Betreuungsangebots für die Kinder in allen Altersstufen, eine gleichwertigen Lohnes für gleichwertige Arbeit
- was einer deutlichen Erhöhung des durchschnittlichen Fraueneinkommens gleichkommt und damit den Existenzdruck lindert, aber auch umfassender Information über persönliche Möglichkeiten im Rahmen der eigenen Lebensgestaltung.

Wir müssen aber auch den Weg in eine partnerschaftliche Gesellschaft viel schneller gehen, denn mit einer gerechteren Aufteilung der Arbeit innerhalb der Familie -aber auch in der Wirtschaft -, kann es zu wesentlichen Erleichterungen und damit zu einer Reduzierung des druckbedingten Streßes kommen, stellte Votruba klar. Ganz wesentlich ist es allerdings, auf allen Ebenen aktiv zu sein und dies mit Nachdruck. "Denn die Anforderungen an
den einzelnen Menschen steigen zunehmend und der Druck in der Gesellschaft nimmt zu. Der gewaltige technolgische Wandel und die Steigerungen in der Produktion müssen auch den Menschen zugute kommen und dürfen sich nicht allein darin äussern, daß die Gewinne steigen, aber die Menschen darunter leiden. "Von diesen
Fortschritt müssen auch die Menschen profitieren und
krankmachender Stress fällt nicht in die Kategorie erstrebenswerte Zukunft", schloß Votruba.
(Schluß)nk/ns

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