NÖ startet als erstes Bundesland Sicherheitsaktion im Schulbereich

Aktion soll auf ganz Österreich ausgeweitet werden

St.Pölten (NLK) - Niederösterreich startet als erstes
Bundesland in Österreich eine eigene Sicherheitsaktion im Schulbereich. Anhand von Seminaren, die gemeinsam mit der
Exekutive durchgeführt werden, sollen verstärkt Informations- und Aufklärungsar-beit geleistet, richtiges Verhalten in Extremsituationen geschult und auch ein Überblick über eventuelle Bedrohungsfelder im Schulbereich verschafft werden. Diese
Initiative sei nicht zuletzt aufgrund des Schußattentates auf
einen Schuldirektor in Hausleiten (1993), eines Messerattentates
in Wiener Neustadt und den "Fall Zöbern" im Frühjahr 1997 ins Leben gerufen worden, sagte heute Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll in ei-ner gemeinsam Pressekonferenz mit Bundesminister Karl
Schlögl und dem Amtsfüh-renden Präsidenten der NÖ Landesschulrates, Adolf Stricker. Anwesend war auch Präsident Dr. Günther Bögl, der gemeinsam mit dem Landeshauptmann diese Aktion initiiert hat. Diese vorbeugende Maßnahme solle außerdem das subjektive Sicher-heitsgefühl stärken und alle Beteiligten zur Mitarbeit animieren, meinte Pröll. Das erste von vier Pilotseminaren, die aus einem pädagogisch-psychologischen und
einem si-cherheitspraktischen Teil bestehen, startet bereits
morgen in Wiener Neustadt. Die weiteren Seminare mit 25 bis 30 Teilnehmern finden am 21. November in St.Pölten, am 27. November
in Amstetten und am 28. November in Zwettl statt. Über 150 An-meldungen würden bereits vorliegen. Ziel ist es nun, so Bundesminister Schlögl, diese Aktion auf ganz Österreich auszuweiten. Die Bundesländer Wien und Burgenland hätten bereits ihr "Okay" gegeben.

Schlögl unterstrich in bezug auf Gewalt in der Gesellschaft, in der Schule und in der Familie vor allem auch die präventiven Maßnahmen. Erschüttert zeigte er sich über die vielen Fälle von Kindermißbrauch in Österreich. So gebe es in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits 1.039 Anzeigen wegen sexuellen Mißbrauches von Kindern. "Die Dunkelziffer liegt jedoch wesentlich höher". Für Präsident Stricker ist das geordnete Umfeld von Schülern ganz wichtig für die Entwicklung der Kinder und Ju-gendlichen. Ein Problem sei auch, daß der Schule immer mehr Erziehungsarbeit auf-gebürdet werde. Erfreut zeigte sich Stricker, daß die Zahl der Vorfälle in Schulen rückläufig ist. "Was steigt, ist jedoch die Intensität." Präsident Bögl sieht das Problem der Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen vor allem bei den "neuen Gelegenheitssitua-tionen". Jugendliche würden nicht nur die Verhaltensmuster der Erwachsenen über-nehmen, sondern auch mit einer Vielzahl von neuen Entwicklungen konfrontiert.

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