Werbewirtschaftliche Tagung 1997 im Casino Baden

Aktuelles Motto: "Kommunikation in Bewegung"

Wien (PWK) - Als "Gastgeber" eröffnete der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll gestern die 44. Werbewirtschaftliche Tagung (WWT) im Congreß Casino Baden, gemeinsam organisiert vom WIFI Österreich, dem Fachverband Werbung und Marktkommunikation, der entsprechenden Fachgruppe in Niederösterreich sowie der Werbewissenschaftlichen Gesellschaft. Heuer steht die WWT unter dem Motto "Kommunikation in Bewegung". Pröll lobte die Werbung eingangs als "effizienten Faktor moderner Kommunikation" und richtete auch einen konkreten Wunsch an die Werbewirtschaft: "Niederösterreich wolle unter die Top Ten-Regionen Europas kommen, dazu brauche man auch die Werbung". ****

In Anspielung auf das Tagungsthema "Kommunikation in Bewegung" meinte Fachverbandsvorsteher Fritz Karmasin, daß sich dadurch eine völlig andere Medienlandschaft ergebe. Die Werbung als "Motor der Wirtschaft" müsse sich rasch auf die Veränderungen einstellen. Das sei angesichts des heurigen Zuwachses des gesamten Werbevolumens von 10 Prozent auch gelungen. Erneut wandte sich Karmasin vehement gegen die Anzeigenabgabe: eine derartige "Werbesteuer" habe keines der österreichischen Konkurrenzländer, nur Portugal und Griechenland. Karmasin verlangte daher eine umgehende Gesetzesnovellierung, zumindest eine bundesweite Vereinheitlichung. Ebenso nachhaltig trat er gegen Werbeverbote ein: Produkte, die in Österreich produziert und verkauft werden, sollten auch beworben werden dürfen.

"Die Marke hat eine exzellente Zukunft" beantwortete Karl Popp, Präsident des Markenartikelverbandes und Melitta-Geschäftsführer die im Referatsthema selbst gestellte Frage. Für Österreich hingegen zeichnete er ein "düsteres, nicht sehr schönes, mittel- und langfristiges Szenario". Österreichs Hauptproblem dabei sei nicht etwa mangelnde Qualität, sondern Quantität, die "Kleinheit des Landes". Popp: "Das Geld geht in der Marktwirtschaft immer dorthin, wo der Markt ist. Und der ist nicht in einem 8-Millionen-Land". Allerdings gebe es mehrere Chancen, wie die Ostentwicklung, die Differenzierung und Anpassung an spezielle Wünsche des Landes, die Erhaltung der medienkulturellen Identität durch die Agenturen, ein "Kompetenz-Center für Marketing und Kommunikation" und die von Popp als kühner Traum empfundene "Austrian Food Industries", die aber kein "Marken-Musikantenstadl" sein dürfe.

Bei der nach langer Vorbereitung in Entstehung begriffenen EU-Werberichtlinie sei die Zielsetzung der zuständigen EU-Generaldirektion XV, "Verbote, insbesondere neue auf nationaler und auf EU-Ebene zu vermeiden, soweit es geht". Das betonte der stellvertretende Generaldirektor der für Binnenmarkt und Finanzdienste zuständigen GD XV, der Österreicher Mag. Heinz Zourek.. Ziel sei jedenfalls, eine Regelung ähnlich dem "home country control princip" des EU-Warenverkehrs zu schaffen. Zourek: "Für kommerzielle Kommunikationsfirmen muß es ausreichen, die Bestimmungen des Wohnsitzlandes zu erfüllen". Zourek kündigte eine zentrale EU-Kontaktstelle an, bei der auf Anfrage über die unterschiedlichen Regelungen einzelner Länder informiert werden soll.

"Nach der Gewerbeordnungsreform 1997 sind viele Berufe, bei denen "Leib und Leben" auf dem Spiel steht, zurecht weiter nominierten Zugangsbeschränkungen unterworfen", betonte Paul Schauer, Geschäftsführer der Omnimedia und Leiter des Rechts- und Gewerbeordnungsausschusses im Fachverband Werbung und Marktkommunikation, allerdings wurden "aufgrund des selbstauferlegten Zeitdruckes Professionen, wie die der Werbeagenturen übersehen".

"Da es die Gebundenheit des Gewerbes in der alten Form nicht mehr gibt, wurde, wie Schauer erklärte, das Vetretungsgremium der Werbeagenturen im Fachverband insoferne aktiv, als in Zukunft zur Sicherung eines Mindeststandards der beruflichen Qualifikation eine Prüfung auf freiwilliger Basis abzulegen sein wird. Damit soll ein Gütesiegel geschaffen werden, zur Steigerung der Qualitätsnorm, Effizienz und Absicherung der Branche", betonte Schauer.

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Rudolf Pasquali

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