"Professionelle" Pflegeeltern werden gesucht

Land startet Pilot-Projekt in der Kinderbetreuung

St.Pölten (NLK) - Das Land Niederösterreich geht nun in der Betreuung von Pflege-kindern einen neuen Weg: Im Rahmen eines Pilot-Projektes werden Pflegeeltern ge-sucht, die sich bereit erklären, nach einer entsprechenden Vorbereitung die Betreuung von Kindern zu übernehmen. "Diese ‘professionellen Pflegeltern’ sind besonders dafür qualifiziert, den erhöhten Anforderungen bei der Erziehung und Betreuung von jenen Kindern besser gerecht zu
werden, die sonst in Heimen untergebracht werden müß-ten", erklärte heute Ulrike Mayr von der Abteilung Jugendwohlfahrt des Amtes der NÖ Landesregierung. Die Pflegeeltern würden vom NÖ Verein für Pflege- und Adoptivel-tern angestellt und laufend weitergebildet. Das Projekt wird auch von der EU im Rah-men von "Cinderella" unterstützt. "Cinderella" ist ein EU-Programm, durch das die Ausarbeitung von international zugänglichen Ausbildungswegen und Fortbildungs-maßnahmen für Pflegeeltern gefördert wird.

"Auf die Idee ist man gekommen, weil es beispielsweise im Landesjugendheim Schwedenstift Kinder gibt, für die keine klassischen Pflegefamilien gefunden werden können. Sie müßten in einem Heim untergebracht werden", erläuterte Mayr. Seit den sechziger Jahren sei die Zahl der Pflegekinder in Niederösterreich um 89 Prozent zu-rückgegangen. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, daß immer weniger geeigne-te Pflegeeltern für diese Kinder zur Verfügung stehen, weshalb die Kinder in Heimen betreut werden müßten.

Neben dem menschlichen Aspekt hat das Projekt, das Anfang September gestartet wurde, auch noch wirtschaftliche Vorteile:
Nach den Worten Mayrs ist es weit kosten-günstiger, die Kinder bei Pflegeeltern statt in einem Heim unterzubringen.

Landesrat Ewald Wagner, zuständig für die NÖ Jugendwohlfahrt, sieht in dem Pro-jekt einen Schritt in die richtige Richtung:
"Kinderbetreuung heißt nicht nur, für Essen und Kleidung zu sorgen." Die Anforderungen der Jugendarbeit seien eindeutig gestie-gen und müßten mit neuen Maßnahmen bewältigt werden. "Unser Ziel und unser Wunsch ist, daß die Kinder in familienähnlicher Atmosphäre aufwachsen und sich normal entwickeln können", unterstrich Wagner. Wenn man dies erreichen könne, ha-be die Jugendwohlfahrt ihre Aufgabe bewältigt.

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