Weil NÖ Ärztekammer Verhandlungen abbrach:

Wagner ortet schwerwiegende Nachteile für junge Spitalsärzte

St. Pölten (OTS) - Der Beschluß der NÖ Ärztekammer, die laufenden Verhandlungen über die Umsetzung des NÖ Spitalsärztegesetzes und eine neue Regelung der Entlohnung für Überstunden und Nachtdienste abzubrechen, könne den in den heimischen Krankenhäusern beschäftigten Fachärzten schwerwiegende Nachteile bringen, hielt heute Landesrat Ewald Wagner fest. Er forderte die Vertreter der "blau-gelben" Ärztekammer auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, zumal Finanzlandesrat Edmund Freibauer für das Land Niederösterreich und die Gemeindevertreterverbände als "Mitfinanziers" der Spitäler ein gutes Angebot gemacht hätten. Immerhin habe man angeboten, "in Spar-Zeiten wie diesen " 63 Millionen Schilling "draufzulegen", um die Anforderungen durch die Umsetzung des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes abzugelten. Mit dieser Regelung werde auch die dienstliche Anwesenheit von Ärzten im Krankenhaus der Arbeitszeit gleichgesetzt und voll entlohnt. Dieses Angebot entspreche einer mehr als sechsprozentigen Erhöhung der Verdienstsumme, die im Mediziner-Bereich in niederösterreichischen Krankenhäusern anfällt, hielt dazu der Finanzreferent der NÖ Landesregierung, Mag. Edmund Freibauer, fest.

Durch den Abbruch der Verhandlungen würde nicht nur eine für die Mediziner vorteilhafte Lösung "auf die lange Bank" geschoben, sagte Wagner weiter. Es seien vielmehr auch gravierende Nachteile für alle jene 531 Fachärzte zu erwarten, die derzeit in den niederösterreichischen Spitätlern in Ausbildung stehen. Denn das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz fordere eine Ausschreibung von allen Facharztstellen, die zur Umsetzung der neuen Regelungen notwendig wären. Würden diese Stellen - wie vorgeschrieben -europaweit ausgeschrieben, müsse man damit rechnen, daß die Posten in kürzester Zeit und auf viele Jahre hinaus besetzt werden, weil genug Bewerber "und nicht nur aus Österreich" Interesse an einer Arbeit in niederösterreichischen Spitälern gezeigt hätten. Würde jedoch die Ärztekammer an den Verhandlungstisch zurückkehren und rasch eine Vereinbarung geschlossen werden, könne man eine eingeräumte Übergangsfrist bis Ende 1999 nützen und jenen Ärzten eine Chance auf einen Arbeitsplatz bieten, die derzeit ihre Ausbildung in den niederösterreichischen Krankenhäusern absolvieren. Die NÖ Landesregierung und die Gemeindevertreter seien jedenfalls nach wie vor verhandlungsbereit. Wagner abschließend: "Ich hoffe doch, daß diese Argumente überzeugen."

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