Australien: Steigende Exporte trotz ungenützter Chancen

1. Halbjahr 1997: Exportplus von 18,5 Prozent Ausgezeichnete Bedingungen für Investitionen

Wien (PWK) - Von 1995 auf 1996 stiegen Österreichs Exporte nach Australien um 35 Prozent von 2,5 Mrd auf 3,4 Mrd Schilling an. Australien zählt damit nach Japan und China zu den drei wichtigsten Exportländern Österreichs im asiatisch-pazifischen Raum. Gemäß der australischen Einfuhrstatistik haben die österreichischen Lieferungen nach Australien im ersten Halbjahr 1997 erneut um 18,5 Prozent zugenommen. "Die relativ guten Exportergebnisse wurden erreicht, obwohl große Teile des tatsächlichen Exportpotentials Australiens von österreichischen Unternehmen noch nicht genutzt wurden", beurteilt Friedrich Kuen, Fernost-Experte der Wirtschaftskammer Österreich, die Lage. ****

Um vermehrt Interesse bei heimischen Unternehmen zu wecken und über die zahlreichen Vorteile Australiens zu informieren, veranstaltete die Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit der australischen Botschaft auch kürzlich einen Informationstag über den "Wirtschaftsstandort Australien". Hervorgestrichen wurden dabei vor allem das westlich-orientierte wirtschaftliche Umfeld in Australien:
ausgebaute Infrastruktur, transparente Gesetzeslage, im Vergleich zu Tokyo und Singapur moderate Mietpreise, hoher Lebensstandard, usw.

"Der aufgeschlossene und aufnahmebereite Markt ist im Prinzip, dank seiner geschäftlichen Usancen eines traditionellen westlichen Industrielandes, nicht aufwendiger und komplizierter zu bearbeiten als etwa andere englischsprachige Märkte in Europa oder Nordamerika", weiß auch Österreichs Handelsdelegierter in Sydney, Günter Schimmel, zu berichten. Diesen Märkten gegenüber hat Australien allerdings ein (einziges) Handicap, vor dem vor allem unerfahrenere österreichische Exportkaufleute leider noch oft zurückschrecken: die geographische Entfernung zu Österreich.

Wer sich von der langen Anreise nicht abschrecken läßt und nach entsprechender fachmännischer Beratung persönliche Kontakte vor Ort pflegt, "dem wird der Exporterfolg nur selten versagt bleiben", ist Schimmel überzeugt. Australien ist besonders für hochwertige Industriegüter und industrielle Zulieferungen ein aufnahmefähiger Markt mit höchstmöglicher Wertschöpfung. "Die österreichischen Exporteure haben dieses Potential noch bei weitem nicht ausgeschöpft", so Schimmel.

1996 entfielen zwei Drittel der österreichischen Exporte nach Australien auf Maschinen und Fahrzeuge. Halbfertigfabrikate machten 19 Prozent aus, Fertigwaren 9,8 Prozent sowie Chemikalien und Pharmaerzeugnisse 3,9 Prozent. Praktisch alle österreichischen Lieferungen nach Australien waren damit Erzeugnisse mit hohem bis höchstem Verarbeitungsgrad und maximaler Wertschöpfung in Österreich.

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Dkfm. Friedrich Kuen

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