Fahrgäste werden um Verständnis gebeten: Funktaxis und Funkzentralen gegen Zuschlagsunwesen

Die Wiener Taxifunkzentralen weisen jeden Zusammenhang mit dem Zuschlagsunwesen im neuen Tarifentwurf entschieden zurück

Wien (OTS) - Die drei Wiener Taxifunkzentralen 31 300, 40 100 und
60 1 60 betonen, daß die im neuen Wiener Taxitarif vorgesehenen Zuschläge auf Funk u.a. weder von ihnen, noch von einem Großteil der Unternehmer bzw. Fahrer der angeschlossenen Funktaxis gebilligt oder gar gefordert werden würden. Vielmehr handle es sich dabei, so 40 100 - Obmann Leo Müllner, um einen Willkürakt von Funktionären der Fachgruppe und einigen (funklosen) Unternehmen, denen das erfolgreiche Zusammenwirken von Funkvermittlern und Taxiunternehmern bzw. Fahrern seit langem ein Dorn im Auge sei. Daß die Betreiber dieser Initiative, die absolut niemandem nützt, im gleichen Zug auch die Attraktivität eines wichtigen öffentlichen Verkehrsmittels in Frage stellt und Fahrgäste, Taxiunternehmer und Funkvermittler gleichermaßen trifft, wird offensichtlich bewußt in Kauf genommen.

Fachgruppenvorsteher spricht Rufschädigende Unwahrheit

Um zu verhindern, daß sich der berechtigte Unmut der Konsumenten auf die richtet, die gar nichts dafür können, ist es umso wichtiger, Öffentlichkeit und Fahrgäste über die wahren Hintergründe und Fakten zu informieren. Insbesonders der von Fachgruppenvorsteher Jansky öffentlich erhobene Vorwurf, die wahren Preistreiber seien die Funkzentralen, welche die Preise jährlich um 10% angehoben hätten (Jansky in ZIB 2 vom 23. Okt.), darf dabei nicht unwidersprochen bleiben. Denn diese Behauptung ist schlichtweg falsch und unwahr. Zum Beweis legten Müllner und seine Kollegen Helmut Postl (31 300) und Kom.Rat Ernst Schlecht (60 1 60) die Zahlen auf den Tisch. Laut Jansky müßte der Funkbeitrag (also der Beitrag, den der Taxiunternehmer an die Zentrale entrichtet) seit 1984 um ca. 200 Prozent gestiegen sein. Tatsächlich ist er in diesen dreizehn Jahren allerdings lediglich um ca. 70 Prozent, also nicht einmal halb soviel wie Jansky behauptet hat, gestiegen. Im gleichen Zeitraum 84-97 stieg der Funkzuschlag (der vom Fahrgast verlangt wird) um genau 100 Prozent, das sind im Vergleich zur Funkgebühr ca. 30 Prozent mehr Steigerung.

Hohe Investitionen für Sicherheit und Komfort der Fahrgäste.

Selbst die 70 Prozent dürfen aber nicht isoliert als Gewinnmaximierung der Funkzentralen gesehen werden. Vergleicht man nämlich Ausstattung und Leistunsumfang der Funkzentralen und Funktaxis des Jahres 1984 mit heute, wird unschwer sichtbar, welchen Technologiesprung es in der Zwischenzeit gab und welche Investitionen dafür erforderlich waren. (Bitte beachten Sie Anhang)

Werden Fahrgäste für dumm gehalten?

Das genaue Gegenteil dieses Fortschrittes möchte offensichtlich die verantwortliche Funktionärsclique aus der Fachgruppe ihren Mitgliedern - und den Fahrgästen - verordnen. Denn das erklärte Ziel dieser Gruppe sieht vor, daß der Fahrgast sich sein Taxi wie vor Jahrzehnten auf der Straße ruft oder zum Standplatz geht. Während jedes andere Dienstleistungsunternehmen sein Servicevolumen beständig erweitert, wird den Fahrgästen hier etwas zugemutet, was weder auf das Konsumentenverhalten noch auf die Marktgegebenheiten Rücksicht nimmt, sondern bestenfalls eine Beleidigung für die Intelligenz der Bevölkerung darstellt. 31 300 Geschäftsführer Helmut Postl: "Damit hätten die Herrschaften genau das erreicht, was sie wollen: Nämlich einen Fahrgast, der froh sein muß, wenn er überhaupt ein Taxi erwischt, anstatt, wie beim Funktaxi, Sonderwünsche äußern zu dürfen, Reklamations- und Urgenzmöglichkeit zu haben, bargeldlos zahlen zu können und vieles mehr." Man müsse sich allerdings über die Einfalt wundern, mit der vorausgesetzt werde, daß der Fahrgast dabei mitspielen und auf seine Vorteile verzichten werde. Für die Funkzentralen, aber auch für die große Mehrheit der marktwirtschaftlich denkenden Unternehmer und Fahrer, stehe jedenfalls auch weiterhin der Fahrgast im Mittelpunkt aller Bemühungen, erklärten Müllner und Postl unisono. Und alle Bemühungen, Umsätze und Profit zu steigern - was in jedem privatwirtschaftlichen System legitimes Gebot ist, könne ausschließlich über eine Steigerung der Nachfrage und diese wiederum nur durch eine Verbesserung des Angebotes und der Qualität erzielt werden.

ANHANG: Die Funktaxi-Vermittlung 1984 und 1997

1984: In den Funkzentralen werden die Aufträge von den Telefonistinnen mit der Hand (!) auf Zettel geschrieben, die über ein Förderband an die Funkerin weitergeleitet werden. Die Funkerin ruft den Fahrtauftrag aus, der Ruf, begleitet von einem lauten "Düdeldü" ist in allen Taxis hörbar. Den Auftrag erhält der Fahrer, der sich als erster mittels Tastendruckes meldet. Zehntel Sekunden entscheiden. Eigenartigste Tastenkonstruktionen, manipulierte Verstärker und enormer Streß für die Fahrer sind der Alltag. Volle Konzentration auf den Sprechfunk, bei jedem Verkehr. Wer zuerst drückt, ist aber nicht automatisch auch dem Ziel am nächsten. Um den ergatterten Auftrag in der angegebenen Zeit auch tatsächlich zu schaffen, wird auch vor waghalsigen Fahrmanövern nicht zurückgeschreckt. Fahrgäste werden ungewollt Zeugen des gesamten Sprechfunkverkehrs. Genervte Anrainer an den Standplätzen - zumindest im Sommer - ebenfalls. Im Fall einer Reklamation ist kaum jemals festzustellen, wer wen mißverstanden und wer was gesagt haben soll.

1997: Der Fahrgast ruft in einer der modernsten Taxizentralen (weltweit) an. Stammgäste, Restaurants, Hotels, Firmen etc. haben automatische Computerdurchwahlnummern, über die Aufträge automatisch entgegengenommen werden, das zeitraubende Warten und das anschließende Gespräch mit der Telefonistin entfällt. Der Fahrgast der anruft, kann wählen: Ein Nichtraucher-, Kombi-, Mercedes-Taxi? Ein englischsprechender Fahrer, für die Dame eine Fahrerin, und ein Kartentaxi für bargeldloses Zahlen? Eine Flughafenfahrt zum Pauschalpreis? Bitte sehr, alles möglich! Die Telefonistin tippt die Abholadresse in einem Computer, der bereits nach zwei, drei Buchstaben weiß, wie die Adresse lautet und den Auftrag an den erstgereihten Wagen am nächstgelegenen Standplatz vergibt, der den Wünschen des Fahrgastes entspricht. Denn automatisch sind auch alle Eigenschaften der Taxis und der Fahrer gespeichert. Bei dem automatisch ermittelten Wagen leuchtet am Display die Adresse des Fahrgastes auf. Das ganze dauert nur mehr Sekundenbruchteile. Sprechverkehr findet nur mehr in Ausnahmefällen statt. Der Fahrer bekommt den Auftrag ohne Streß und auf unbestechlich faire Weise. Kein Wettrennen zum Fahrgast bedeutet mehr Sicherheit und Lebensqualität. Mehr Sicherheit auch für den Fahrgast: Der Fahrer mußte sich zu Beginn seines Dienstes mit seinem Fahrercode anmelden. Dieser Code ist auf einer ID-Card mit Foto und Namen gespeichert. Und Card wie Code gibt es nur, wenn der Fahrer die Aufnahmekriterien der Funkzentrale erfüllt. Bei schweren Verstößen wird die Karte entzogen. Gleich zu Beginn der Fahrt tippt der Fahrer das Fahrziel verschlüsselt in sein Datendisplay. Der Computer in der Funkzentrale errechnet blitzschnell, wann der Wagen bei der jeweiligen Verkehrslage am Ziel sein wird und reiht ihn bereits zum nächsten Standplatz um ihn möglichst rasch wieder zur Vermittlung eines Auftrages heranziehen zu können. Vorteil für Fahrgast und Fahrer.

Während der Fahrt stört kein Sprechfunk. Alle Telefonate und Gespräche zwischen Funkzentrale und Fahrgast bzw. Fahrer werden aufgezeichnet und bilden im Reklamationsfall eine wichtige Entscheidungshilfe. Jeder Auftrag ist detailliert gespeichert. Ein vergessenes Portemonnaie, ein Schlüssel oder ein Handy ist so leicht wieder aufzufinden. Im Notfall ortet der Computer den bedrohten Taxilenker und sendet schnelle Hilfe.

Fazit: Zwischen 1984 und 1997 liegen Welten und ganze Generationen an neuen Programmen, neuer Hardware, neuen Einrichtungen, Investitionen, in Merkmale, die heute nicht mehr wegzudenken sind und die allesamt zwei Zielen dienen: Mehr Qualität, mehr Komfort, mehr Leistung und mehr Sicherheit für Fahrgäste und Fahrer/Unternehmer.

Rückfragen & Kontakt:

Leo Müllner, Tel.: 01/408 15 25/821 DW
Helmut Postl, Tel.: 01/476 76/21 DW
Komm.Rat Ernst Schlecht, Tel.: 589 85/17 DW

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