Josef Schöffel-Förderungspreis: Preisträger beschlossen

Thayatal-Bürgerinitiative erhält Sonderpreis

St.Pölten (NLK) - Die NÖ Landesregierung beschloß dieser Tage, wer die "Josef Schöffel-Förderungspreise des Landes Niederösterreich 1997" erhält. Sie gehen an den Mödlinger Limnologen Dr. Andreas Chovanec, an Dr. Ingeborg Grill, Gruppenlei-terin des Naturschutzbundes in St.Pölten, und an den Wissenschafter und Amphibien-Experten Univ.Doz. Dr. Walter Hödl
aus Wien. Ernst Schagl, Gerhard Wöhrer, Rudolf Mayer, Leopold Wöhrer jun., Johann Hartberger und Gerhard Schagl, alle aus Hölles im Bezirk Wiener Neustadt, wurde ein Förderungspreis zuerkannt, weil sie einen Pecher- und Naturpfad im Schwarzföhrenwald ihrer Heimatgemeinde Matzendorf-Hölles mit insgesamt 20 Schaubäumen gestalteten. Ein Preis ging an Peter Kalteis, den Organisator der Pielachtal-Patenschaft. Der Fledermausforscher Anton Mayer,
weiters ein Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes Niederösterreich, Ministerialrat i.R. Dr. Alfred Micholitsch, der Umweltjournalist Mark Perry und der Bezirksleiter der Berg- und Naturwacht, Hubert Troger, erhalten ebenfalls Förderungspreise. Sieger des Fotowettbewerbes "Ein Auge auf die Natur" ist Gerlinde Reiter aus Rappoltenkir-chen vor Ernst Wandaller aus Gmünd,
Andreas Friedmann aus Purkersdorf, Mag. Barbara Prewein aus Wolfpassing und Elisabeth Nikel aus Stockerau. Zudem erhält die Bürgerinitiative zur Erhaltung des Thayatales, die seit rund einem Jahrzehnt in der Region Überzeugungsarbeit für den Nationalpark leistet und eine intensive Zusam-menarbeit mit den tschechischen Nachbarn bei Naturschutzmaßnahmen pflegt, auf Initiative von Landesrat Ewald Wagner bei der Verleihung des "Josef Schöffel-Förderungspreises" am 26. November einen Sonderpreis. Die Bürgerinitiative trat nicht nur seinerzeit erfolgreich gegen ein Kraftwerksprojekt auf tschechischem Gebiet auf, sondern machte
auch sehr früh konkrete Vorschläge über einen "International"-Park im Thayatal.

Jedes zweite Jahr stiftet das Land Niederösterreich zehn
Preise, die im Sinne von Josef Schöffel an Personen und Gruppen verliehen werden, die durch hervorragende Leistungen das Verständnis der Bevölkerung für den Erholungswert der heimischen Natur wecken oder vertiefen. Neun Geldpreise zu je 20.000
Schilling sowie Preise in der Gesamthöhe von 20.000 Schilling für die besten Fotos zum Thema "Ein Auge auf die Natur" wurden heuer vergeben, wobei die Auswahl von einer unabhängigen Jury getroffen wurde. Dazu kommt der Sonderpreis für die Bürgerinitiative Thayatal in der Höhe von 25.000 Schilling. Berücksichtigt wurden wie immer wissenschaftliche, bild-nerische oder publizistische Arbeiten, die Mitarbeit in Organisationen oder Institutionen und konkrete Maßnahmen oder Initiativen für den Schutz der Natur. Es ist geplant, einen Teil der Foto-Einsendungen - über 150 Bilder niederösterreichischer Landschaften von ausgezeichneter Qualität -in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Josef Schöffel wurde 1832 in Böhmen geboren, absolvierte das Piaristengymnasium in Budweis, diente dann in der Armee, studierte Geologie und arbeitete nebenbei an der Geologischen Reichsanstalt
in Wien. Später übersiedelte er nach Mödling. Als Publizist und Kritiker beschäftigte er sich immer mehr auch mit Politik und
wurde 1873 in das Abgeordnetenhaus des Reichsrates gewählt. In diesem Jahr wurde er auch Bür-germeister von Mödling. In seinen Streitschriften und Reden führte er den Menschen den Wert des Waldes als Erholungsraum vor Augen. Seinem unerschrockenen Eintre-ten für die Natur ist es zu verdanken, daß der Wienerwald gerettet wurde.

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