Bauer: Gesellschaftliche Verantwortung gegenüber der Jugend tragen!

Zu punktuellen Maßnahmen begleitende Initiativen und durchgehende Beratung

St. Pölten, (SPI) - "Jede Initiative, in welcher die Gesellschaft und mit ihr die Politik ihre Verantwortung gegenüber beschäftigungslosen Jugendlichen wahrnimmt, ist zu begrüßen. Allerdings führen rein punktuelle Maßnahmen kaum zu dem angestrebten Erfolg einer wirklich positiven Arbeitsmarktsituation für junge Menschen. Gefragt ist vielmehr eine sinnvolle Koordinierung der verschiedensten Maßnahmen, welche die Jugendlichen von 15 bis 25 Jahren bis zu einer erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt begleiten sollen", stellt der Klubobmann der NÖ Sozialdemokraten, Dr. Hannes Bauer, heute fest.****

So konnte die Situation des Lehrstellenmarktes in NÖ durch die gemeinsame Lehrlingsoffensive weitgehenst entschärft werden. Mit Stand Anfang Oktober 1997 waren 1.398 Lehrstellensuchende vorgemerkt, denen 731 offene Lehrstellen gegenüberstanden.
Negative Zahlen, jedoch angesichts der Größenordnung durchaus ein bewältigbares Problem. Dagegen dokumentieren die Arbeitsmarktdaten für Jugendliche insgesamt eine weitaus dramatischere Situation. So waren mit Anfang Oktober von 30.521 vorgemerkten Arbeitslosen in
NÖ 838 zwischen 14 und 19 Jahren, dagegen 4.274 Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren!

"Ein Beweis für die Sinnhaftigkeit der von den NÖ Sozialdemokraten geforderten Initiative, punktuelle Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung mit begleitenden allgemeinen und regionalen Strategien für fertig ausgebildete Jugendliche zu verbinden. In
der Altersgruppe von 19 und 25 Jahren kommt es nämlich zu einem Zusammenströmen der jungen Menschen aus der Lehrlingsausbildung -duales Schulsystem - und von der schulischen Ausbildung, welche gemeinsam auf den Arbeitsmarkt drängen. Diese dramatische
Situation - dokumentiert durch die aktuellen Arbeitsmarktdaten -gilt es als Auftrag an die Politik zu entschärfen", stellt Bauer fest.

So muß verstärktes Augenmerk auf eine effektive Berufsberatung gelegt werden, um einerseits den Lehrlingen und Schülern ihre Zukunftschancen darzulegen, andererseits jedoch auch der
Wirtschaft die Möglichkeit zu geben, ihren künftigen Bedarf zu decken. Somit könnten beispielsweise Ungleichgewichte des Lehrstellenmarktes rechtzeitig erkannt und gegengesteuert werden.
In Niederösterreich standen (Stand Beginn Oktober 1997) beispielsweise 307 Lehrstellensuchende für "Einzelhandelskaufmann" nur 72 offene Stellen gegenüber (Friseur: 128 Vorgemerkte, 30 Lehrstellen, Bürokaufmann: 201 Vorgemerkte, 29 Lehrstellen, Kfz-Mechaniker: 78 Vorgemerkte, 18 Lehrstellen). Genau gegenteilig stellt sich die Situation bei den Berufen "Restaurantfachmann" (Lehrstellen 38, Suchende 17), "Fleischer" (Lehrstellen 27,
Suchende 5) oder "Spengler" (Lehrstellen 28, Suchende 8) dar. "Vorschläge aus der Wirtschaft in Richtung zusätzlicher Flexibilisierung und Rücknahme von Schutzbestimmungen werden hier zu keiner Verbesserung der Situation führen. In manchen Bereichen herrscht in Niederösterreich ein effektiver Lehrlingsmangel",
sieht Bauer diesbezügliche Ansinnen der Wirtschaft nicht zielführend.

"Diese Situation ist nur ein Ausschnitt der komplexen Sachlage. Einfache Rezepte gibt es nicht, sondern nur ein Bündel von Maßnahmen. Vor allem sind jene Maßnahmen nicht zielführend, welche die Problematik für die Jugendlichen auf die Zeit nach dem Abschluß ihrer Ausbildung hinausschieben. Genau diese Altersgruppe zwischen 19 und 25 verdient eine verstärkte Aufmerksamkeit. Denn wer bei seinem Einstieg ins Berufsleben bereits den Anschluß durch falsche Ausbildung oder Arbeitslosigkeit verliert, hat in der heutigen Zeit kaum mehr Chancen, wieder aufzuholen. Jugendbeschäftigung ist nicht nur eine quantitative, sondern auch eine qualitative Frage. Die Qualifikation der Jugend ist das Fundament unserer zukünftigen wirtschaftlichen Erfolge und damit eines sozialen, demokratischen und gerechten Österreich. Es muß den Jugendlichen von der Gesellschaft gezeigt werden, daß sie von dieser erwartet werden", schloß SP-Klubobmann Dr. Hannes Bauer. (Schluß) fa

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