Lehrverträge wieder gestiegen - Unternehmen halten Wort

Abbau wirtschaftsfeindlicher Reglementierungen führt zu mehr Lehrplätzen - Ende Oktober 1997 plus 5,9 Prozent

Wien (PWK) - "Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß AMS und Arbeitnehmervertretungen eine bewußte Panikmache zur Durchsetzung politischer Forderungen betreiben", erklärt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, so zeigen es die soeben eingelangten Lehrvertragszahlen per Ende Oktober 1997:
"der positive Trend bei den Lehrverträgen hält an". "Die zum Stichtag 31.10.1997 eingelangten Lehrverträge liegen um 5,9 Prozent über den Vergleichszahlen des Vorjahres, zur Panikmache besteht also kein Grund", so Piskaty. ****

Die Unternehmen reagieren auf die durchaus bescheidenen Anreize des Lehrlingspakets und sind sich ihrer Verantwortung für die Jugend sehr bewußt. Jugendlichen, die dafür geeignet sind, werden entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten angeboten. Mit 47.662 Lehrverträgen per Ende Oktober gibt es um 2.675 Lehrverträge mehr als im Vorjahr. Per 31.10. 1997 ist erfreulicherweise in allen Bundesländern die Zahl der eingelangten Lehrverträge höher als im Vorjahr. In Oberösterreich sind es plus 13,7 Prozent, im Burgenland plus 8,8, in Tirol plus 7,8, in Kärnten 5,6, in der Steiermark 5,2, in Wien 3,3, in Niederösterreich 3,2, in Vorarlberg 2 und in Salzburg 0,2 Prozent. Gegenüber Ende September hat sich die Zahl der Lehrverträge um 3.443 erhöht.

"Strikt zurückzuweisen sind daher die Versuche der Arbeitnehmerseite und des AMS, aus einer schwierigen Situation politisches Kapital zu schlagen und das Lehrlingssystem quasi umdrehen zu wollen", betont Piskaty. Entgegen allen verbalen Bekenntnissen zum Lehrlingssystem versucht man, wie Aussagen aus Oberösterreich zeigen, eine Verschulung der Lehrlingsausbildung zu erreichen. "All jene, die das fordern, scheinen sich über die Konsequenzen solcher Maßnahmen nicht klar zu sein. Staaten, die derartige Experimente bereits hinter sich haben, sind mit hohen Jugendarbeitslosigkeitszahlen konfrontiert", argumentiert Piskaty.

Gerade beschäftigt sich die EU damit, das System der Lehrlingsausbildung auch jenen Ländern der Union, die bisher nur schulisch ausgebildet haben, nahezubringen. Die in Oberösterreich von der AK zur Diskussion gestellte Variante einer ,BMS neu" ist daher ein reaktionäres Konzept in mehrfacher Weise. Es reagiert nur in konventionellen Bahnen, wärmt ,Uraltforderungen" wiederum auf und übersieht die Bedürfnisse praxisorientierter Jugendlicher.

Rückfragen & Kontakt:

BW-Abteilung
Tel.: 50105/4072

Dr. Georg Piskaty

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK