Bartenstein vergibt sechs neue Umweltzeichen für Öko-Produkte

Kritik an US-Vorschlag für Klimakonferenz in Kyoto

Wien (OTS) - Umweltminister Dr. Martin Bartenstein hat heute, Dienstag, sechs Umweltzeichen für ökologisch vorbildliche Produkte vergeben. Es sind dies die Mehrweg-Getränkeflaschen von Bergland-Milch und von Römerquelle, das Telefonbuch "Roter Herold", torffreie Gartenerden von den Firmen Celaflor und Kranzinger sowie die Wandfarbe Molto Fixit 60 von Commenda. Damit gibt es bereits 156 Produkte mit dem Österreichischen Umweltzeichen.

Bei der Verleihung in der Wirtschaftskammer in Wien machte Bartenstein klar, daß Österreich an seinen ambitionierten CO2-Verringerungsplänen festhalten werde. Während sich die EU für die Welt-Klimakonferenz im Dezember in Kyoto mit einem Vorschlag von minus 15 Prozent CO2-Emissionen klar positioniert habe, vollziehen die USA einen Schritt zurück. "Der US-Vorschlag, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2010 auf dem Niveau von 1990 lediglich einfrieren zu wollen, geht sogar hinter die Vereinbarungen von Rio 1992 zurück", erinnerte Bartenstein. Diese Strategie sei losgelöst von jeder Nachhaltigkeit. Österreich werde jedenfalls mit Deutschland und Dänemark darauf achten, daß die EU- Position bis Kyoto erhalten bleibe.

Eine weitere Ökologisierung des heimischen Steuersystems erwartet sich Bartenstein von der nächsten großen Steuerreform im Jahr 2000. Als Verbündete sehen die EU-Umweltminister die Finanzminister der Mitgliedstaaten an. Es gehe schließlich darum, Mittel für die notwendige Entlastung der Arbeitskosten auzubringen.

Umweltzeichen für Mehrweg-Getränkeflaschen, Telefonbuch, torffreie Gartenerde, Wandfarbe

Das österreichweite Telefonbuch "Roter Herold" von Herold Business Data entspricht der Umweltzeichen-Richtlinie für schadstoffarme Druckerzeugnisse. Hauptkriterium ist der Einsatz von Recyclingpapier oder chlorfrei gebleichtem Papier. Der Einsatz von Lösemitteln und Druckfarben beim Druckverfahren ist limitiert. Der ökologische Effekt von Telefonbüchern, die nach Umweltzeichen- Kriterien erzeugt werden, ist nicht zu unterschätzen. Immerhin zählen sie mit 8,5 Millionen Exemplaren pro Jahr zu den auflagenstärksten Publikationen Österreichs.

Ein ebenfalls auflagenstarkes Produkt ist die Ein-Liter-Pfandflasche aus Leichtglas der Firma Bergland-Milch. Immerhin füllt die Molkerei monatlich 200.000 Liter Frischmilch in Glasflaschen ab. Um sich das Umweltzeichen zu "verdienen", müssen solche Flaschen insgesamt 25mal wiederbefüllt werden, die Flasche von Bergland-Milch erreicht sogar 35 Umläufe. Ökologischen Anforderungen müssen außerdem die Abfüllanlagen sowie die verwendeten Etiketten, Verschlüsse, Transport- und Verkaufseinheiten entsprechen.

Dieselben Ansprüche erfüllt die 1,5-Liter-Mehrweg-PET-Flasche von Römerquelle. Da es sich hier um ein Gebinde für kohlensäurehältiges Mineralwasser handelt, ist besonders hohe Produktqualtität erforderlich. Wie eine heuer fertiggestellte Studie des Umweltministeriums bestätigt, sind unter den derzeit in Österreich herrschenden Rahmenbedingungen Mehrwegsysteme (Glas- und PET-Flasche) gegenüber Einwegsystemen ökologisch gesehen im Vorteil. Kein eindeutiger "Sieger" konnte dagegen bei der Untersuchung zwischen den Materialien Glas und PET ermittelt werden.

Nicht das erste Umweltzeichen-Produkt für die Firma Commenda ist die Wandfarbe "Molto Fixit 60". Entsprechend den Umweltzeichen-Vorgaben dürfen diese Farben weder organische Lösungsmittel noch biozide Wirkstoffe enthalten. Gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe wie Blei, Cadmium, Chrom und andere Schwermetallen sind ebenfalls tabu. Restmengen der angemischten Farbe müssen als Bauschutt entsorgt werden können. Verpackt sein muß das Produkt in Papiersäcken und Kartonagen.

Der Schonung von gefährdeten Feuchtgebieten dienen Naturerden ohne Torf, wie sie von der Firma Celaflor hergestellt werden. Die nun ausgezeichneten Erden werden aus Holzfasern hergestellt, die aus heimischen Resthölzern erzeugt werden. So werden organische Abfälle in den natürlichen Kreislauf rückgeführt, ohne daß labile Naturräume durch Torfabbau weiter gefährdet werden. Celaflor führt Blumenerde, Pflanzerde, Pflanzerde mit Guano, Aussaat- und Anzuchterde, Kakteenerde, Rhododendren- und Azaleenerde sowie Geranien und Balkonblumenerde im Sortiment.

Ein weiteres Umweltzeichen für torffreie Gartenerden erhält die Firma Kranzinger, und zwar für Garten- und Pflanzhumus, für Grüngut-und Rindenkompost sowie für das Produkt Toresa. Zur Herstellung des Rindenkomposts wird ausschließlich spritzmittelfreie Rinde umliegender Sägewerke verwendet. Auch für Toresa werden Restholzabfälle der heimischen Sägeindustrie angeliefert. Verwendet werden die Kranzinger-Produkte in Baumschulen und Gartenbaubetrieben.

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