Wirtschaftsbund will mit Steuerreform Beschäftigung ankurbeln

Dritte Reformetappe soll "im wesentlichen aufkommensneutral"

Linz (OTS) - sein/Zweiter Arbeitsmarkt soll Beschäftigung beleben =

Durch steuerliche Entlastungen im Rahmen der für 2000
geplanten dritten Steuerreformetappe sowie verstärkte Anreize, Arbeitslose in den geregelten Arbeitsmarkt zu integrieren will der Wirtschaftsbund die Beschäftigung ankurbeln. Dies sagte Wirtschaftsbund-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner heute Montag in Linz vor Journalisten. Aufgrund der erforderlichen Änderungen bei der Familienversteuerung müsse die Steuerreform "im wesentlichen aufkommensneutral" sein. Kernpunkte aus Sicht der Wirtschaft sind dabei die Entlastung der Kostensteuern auf Arbeit, die Vereinfachung bei der Lohnsteuereinhebung und die Schaffung einer fiktiven Eigenkapitalverzinsung.

Österreich liege im Bereich der Kostensteuern auf Arbeit, also der Steuern auf die Lohnsumme, mit 2,8 % deutlich über dem EU-Durchschnitt von 0,4 %. Diese Mehrbelastung der heimsichen Unternehmen schlage mit rund 60 Milliarden Schilling zu Buche. Überlegt werden solle daher eine Senkung der Kommunalsteuer, das ist die Steuer auf die Lohnsumme der Beschäftigten, von 3 auf 2 %, wobei im Gegenzug eine "behutsame Anpassung" der Grundsteuer erfolgen könnte. Aus dem Aufkommen der modifizierten Grundsteuer könnte zusätzlich etwa die Erbschaftssteuer abgeschafft werden.

Darüber hinaus stellte Mitterlehner fest, daß Fremdfinanzierung derzeit steuerlich bessergestellt werde, weil Zinsen für Fremdkapital als Betriebsausgabe absetzbar seien, Ausschüttungen aus Eigenkapital jedoch versteuert werden müssen. Um hier eine steuerliche Gleichbehandlung zu erreichen, schlägt der Wirtschaftsbund vor, eine bestimmte Eigenkapitalrendite als fiktive Betriebsausgabe anzuerkennen.

Weiters fordert der Wirtschaftsbund eine bürokratische Entlastung bei der Lohnsteuereinhebung, wobei als mittelfristiges Ziel die Selbstveranlagung eingeführt werden sollte. Als Zwischenschritt sollte nach Ansicht Mitterlehners ein Akkontierungsverfahren geschaffen werden, wobei festgelegte Pauschalbeträge monatlich vom Unternehmer an das Finanzamt abgeliefert werden, die exakte Berechnung jedoch nur einmal jährlich durch die Finanzverwaltung erfolgen würde.

"Sozialpolitik ist auch Standortpolitik"

Im Rahmen der vom Wirtschaftsbund geforderten "neuen Sozialkultur" die Sozialpolitik auch als Standortpolitik betrachte, müsse es verstärkte Anreize geben, um Arbeitslose wieder in den geregelten Arbeitsmarkt zu integrieren. In diesem Zusammenhang schlägt der Wirtschaftsbund die Schaffung eines zweiten Arbeitsmarktes vor, bei dem eigene Niedriglohnsegmente (vor allem im Bereich persönlicher Dienstleistungen) den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern sollten.

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