Orgelverein Weidling erinnert an Ernst Paul

Beitrag zur Orgelrestaurierung durch Benefizkonzert

St.Pölten (NLK) - Die Pfarrkirche Weidling soll eine neue Orgel erhalten. Um die dazu notwendigen Mittel aufzutreiben, findet am Samstag, 8. November, ein Bene-fizkonzert statt, das im Zeichen
von Prof. Dr. Ernst Paul steht, einem bedeutenden Vertreter der jüngeren österreichischen Musikgeschichte, der 1979 verstarb und heuer seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Der Orgelverein Weidling und die Ar-beitsgemeinschaft Klosterneuburger Komponisten veranstalten dieses Konzert mit einem Programm, das durch ein Streichquartett des Franz Schubert-Konservatoriums und ein
Waldhorn- und Jagdhornquartett der Lainzer Jagdmusik gestaltet
wird. Schauplatz ist das Ortszentrum von Weidling, Beginn ist um
19 Uhr.
Ernst Pauls Leben war der Musik auf vielfältige Weise gewidmet: Er wurde 1907 in Wien geboren, noch in seiner Gymnasialzeit begann er mit einem Hornstudium an der Staatsakademie für Musik. An der Wiener Universität studierte er Musikwissen-schaft, Literatur und Geschichte, trat sodann verschiedene Orchesterengagements an und wirkte auch als Solist im In- und Ausland. Er trat in vielen Ländern auf, darun-ter auch in Finnland und in der Türkei, wo er als Solohornist des Philarmonischen Orchesters in Ankara wirkte.
Er erhielt eine Professur für Horn am Türkischen Staatskonservatorium. 1944 kehrte er nach Österreich zurück und ließ sich in Weid-ling nieder. Er begann 1950 mit dem Wiederaufbau der Lainzer Jagdmusik mit ihren historischen ventillosen Jagdhörnern. Sodann widmete er sich der klassischen öster-reichischen Volksmusik und gründete mit Förderung der Landes-Landwirtschaftskammer die Volksmusikgruppe des Wiener Landfunks. 1960 bis 1972 leitete er das Notenarchiv und die Musikwissenschaftliche Abteilung des Österreichischen Rundfunks.
Er galt als erster Fachmann für den Nachbau von Wiener Hörnern und arbeitete auch im Auftrag der Wiener Philharmoniker.

Ernst Paul hat auch einen guten Namen als Komponist. Sein kompositorisches Schaffen umfaßt mehr als 210 Werkszahlen. Für Jagd- und Ventilhorn schrieb er mehr als 120 Musikstücke. 1967 wurde er Präsident der Albrechtsberger-Gesellschaft. Er stand im Mittelpunkt zahlreicher Ehrungen, der Berufstitel "Professor" war ihm ebenso sicher wie Ehrenzeichen der Bundesländer Niederösterreich und Wien. 1979 starb Prof. Dr. Ernst Paul nach langer Krankheit.

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