Grasberger: Sollen nun auch Vereine zur Kasse gebeten werden?

Niederösterreich, 2.11.97 (NÖI) Sollen nun auch Vereine zur Kasse gebeten werden, fragt BR Walter Grasberger nach
Durchsicht des Entwurfes zu einem neuen Vereinsgesetz. Dieser kürzlich vom Innenministerium vorgelegte Entwurf sieht eine
massive Verbürokratisierung vor, die die ehrenamtliche
Tätigkeit tausender NiederösterreicherInnen in Vereinen
behindern würde. Grasberger stört am vorgelegten Entwurf auch
die vorgesehene Rechnungslegung nach handelsrechtlichen
Vorschriften (Lagebericht, Bilanz, Gewinn- u. Verlustrechnung)
für nahezu alle Vereine.****

Derart gläserne Vereine können doch nicht Ziel eines neuen Vereinsrechts sein oder sollen da vielleicht über eine
Hintertür neue Finanzquellen für den Staat erschlossen werden?, äußerst der VP-Mandatar seine Skepsis und fordert vom
zuständigen Bundesminister Karl Schlögl ein Zurückziehen des vorliegenden Entwurfs. So sind zum Beispiel im Bezirk
Lilienfeld 408 Vereine, oder anders betrachtet, 29 Vereine pro Gemeinde registriert, die zum Teil wichtige Aufgaben für die Gesellschaft leisten.

Gerade jetzt, wo viele Vereine Benefizveranstaltungen für hochwassergeschädigte Familien im Bezirk organisieren, wird die Leistung dieser HelferInnen besonders augenscheinlich. Eine Verbürokratisierung - aus derzeit 31 Paragraphen würden 87 -
ist eine Bremse für Menschlichkeit und daher striktest
abzulehnen, schließt Grasberger.

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