Kollektivvertrag im Handel erfolgreich abgeschlossen

Durchschnittliche Gehaltserhöhung von 1,7 Prozent ab 1. Jänner 1998

Nach 33 schwierigen Gesprächsrunden konnten am Freitag abend die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 350.000 Angestellte im Handel erfolgreich abgeschlossen werden.

Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter einigten sich auf eine im Durchschnitt gewichtete Erhöhung der Kollektivvertragsgehälter um 1,7 Prozent, wobei die niedrigen Einkommen stärker angehoben werden als die höheren. Die höchste Steigerungsstufe beträgt 1,8 Prozent, die niedrigste 1,6 Prozent.

Für die Bundesländer Salzburg und Vorarlberg, wo der kollektivvertragliche Mindestgehalt höher ist als im restlichen Österreich, wurde eine etwa geringere Gehaltssteigerung vereinbart, um schrittweise zu einer bundesweiten Angleichung zu kommen.

Zugleich konnte ein weiterer Fortschritt bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit im Handel erzielt werden: Bei Einführung einer 4-Tage-Woche kann die tägliche Normalarbeitszeit auf 10 Stunden ausgeweitet werden, ohne daß Überstundenzuschläge anfallen. Auch die Einteilung der Arbeitszeit durch den Dienstgeber wurde flexibler und praxisnäher gestaltet.

Angesichts des hohen Frauenanteils im Handel wurde im Kollektivvertrag ausdrücklich auf das Gleichbehandlungsgesetz verwiesen, wonach Frauen bei der Gehaltsfestsetzung, bei der Berufskarriere etc. nicht benachteiligt werden dürfen. Die Sozialpartner haben sich überdies geeinigt, daß für die Reform der Gehaltsordnung bis zur nächsten KV-Runde eine Lösung gefunden werden soll.

Herbert Niemeth, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, sieht im Ergebnis der KV-Verhandlungen "angesichts der schwierigen Umsatz- und Ertragslage einen gerade noch akzeptablen Kompromiß, wobei die Einführung der 10-Stunden-Normalarbeitszeit ein wesentlicher Schritt zu mehr Flexibilität ist". Der Vorsitzende der Sektion Handel in der Gewerkschaft der Privatangestellten, Felix Hinterwirth, bezeichnet den Verhandlungsabschluß "als tragfähiges Ergebnis".

(Schluß)

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