Berger-Deponie in Weikersdorf zu 45 Prozent geräumt

In einem Jahr 400.000 Tonnen Müll abtransportiert

St.Pölten (NLK) - Fast auf den Tag genau vor einem Jahr wurde
die Räumung der Berger-Deponie in Weikersdorf im Bezirk Wiener Neustadt begonnen. Jetzt kann die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt, die für die Republik Österreich die Zwangsräumung dieser Altlast organisiert, eine Zwischenbilanz ziehen. "Die mit der Räumung beauftragten Firmen haben am Mittwoch die 400.000. Tonne Müll abtrans-portiert", berichtete heute Bezirkshauptmannstellvertreter Dr. Heinz Zimper. "Das be-deutet, daß die Deponie zu rund 45 Prozent geräumt ist."

Neben Hausabfällen und Gewerbemüll würde man nach wie vor Fässer mit Inhalts-stoffen wie Lackresten und Lösungsmitteln aus der Grube herausholen, sagte Zimper weiter. Insgesamt seien bisher rund 2.200 Fässer geborgen worden, davon 500 allein in der vergangenen Woche. Die Fässer, die vermutlich in den siebziger Jahren illega-lerweise im Müll vergraben wurden, seien zumeist beschädigt. Fast alle Fässer seien jedoch nur zum Teil gefüllt, und in vielen finde man überhaupt keine Inhaltsstoffe. "Aus den 2.200 Fässern konnten die Firmen letztlich 200 Tonnen an Sondermüll her-ausholen, der in den EBS in Wien-Simmering
behandelt und entsorgt wurde", erläuter-te Zimper. Im Haus- und Gewerbemüll, der die Fässer umgibt, seien nur extrem gerin-ge Belastungen durch ausgeflossene Sonderabfälle festzustellen, sodaß sich die Eluatklasse - die "Note" für die mögliche Umweltbelastung - nicht geändert habe. Die wichtigste Feststellung Zimpers: Aus
der Berger-Deponie entweichen derzeit - wie schon bisher seit dem Beginn der Beobachtung mittels Sonden - keine chlorierten Kohlenwasserstoffe in das Grundwasser. Die chlorierten Kohlenwasserstoffe, die von den Sonden rund um die Berger-Deponie registriert werden, kommen vielmehr aus dem Raum Ternitz und
ziehen im Untergrund Richtung Mitterndorfer Senke weiter. Das Gefährdungspotential, das letztlich auch die Zwangsräumung notwendig machte, geht vom Haus- und Gewerbemüll aus, der in der ehemaligen Schottergrube zum Teil widerrechtlich deponiert wurde. Wasserversorgungsanlagen sind aber, wie man ge-nau feststellen
kann, durch die Berger-Deponie derzeit nicht gefährdet.

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