Wagner-Vorschlag zu "Josef Schöffel-Förderungspreis":

Thayatal-Bürgerinitiative soll Sonderpreis erhalten

St.Pölten (NLK) - Die Bürgerinitiative Thayatal, die seit rund einem Jahrzehnt in der Region Überzeugungsarbeit für den Nationalpark und eine intensive Zusammenarbeit mit den
tschechischen Nachbarn bei Naturschutz-Maßnahmen leistet, soll bei der Verleihung des "Josef-Schöffel-Förderungspreises" am 26. November einen Sonder-preis erhalten. Das schlug heute Landesrat Ewald Wagner vor. Die engagierten Mit-arbeiterinnen und
Mitarbeiter dieser Initiative seien nicht nur seinerzeit
erfolgreich gegen ein Kraftwerksprojekt auf tschechischem Gebiet aufgetreten, sondern hätten auch sehr früh konkrete Vorschläge über einen "International"-Park im Thayatal ge-macht. Ihr Einsatz hätte letztlich auf beiden Seiten der Grenze Früchte getragen hät-ten, sagte Wagner. Diese Überzeugungsarbeit und das Vorlegen detaillierter Konzep-te für eine ganzheitliche Lösung seien großteils die Ursachen dafür, daß heute fast die gesamte Bevölkerung der Region geschlossen hinter dem Nationalpark
Thayatal stehe. Auch hätten die Vertreter der Bürgerinitiative stets das Gespräch mit allen Be-troffenen und nicht zuletzt auch mit den Verantwortlichen auf Landesebene gesucht. "Die Arbeit der Bürgerinitiative war ein Beispiel für positives Lobbying, das nicht im Verhindern die Aufgabe sieht, sondern in der Suche nach Antworten auf alle Fragen, die bei geplanten Maßnahmen zum Schutz der Natur auftauchen können", hielt Wag-ner fest. Der Naturschutz-Landesrat meint, daß nicht nur - wie in den Jahren zuvor - die von der Jury ausgewählten Preisträger von der NÖ Landesregierung beschlossen werden sollten, sondern auch der von ihm
vorgeschlagene Sonderpreis.

Jedes zweite Jahr stiftet das Land Niederösterreich zehn
Preise, die im Sinne von Josef Schöffel an Personen und Gruppen verliehen werden, die durch hervorragende Leistungen das Verständnis der Bevölkerung für den Erholungswert der heimischen Natur wecken oder vertiefen. Neun Geldpreise zu je 20.000
Schilling sowie Preise in der Gesamthöhe von 20.000 Schilling für die besten Fotos zum Thema "Ein Auge auf die Natur" wurden vor wenigen Tagen von einer unabhängigen Jury vergeben. Die Entscheidungen der Jury werden in Kürze bekanntgegeben. Berücksichtigt wurden wie immer wissenschaftliche, bildnerische oder publizistische Arbeiten, die Mitarbeit in Organisationen oder Institutionen und konkrete Maßnahmen oder Initiativen für den Schutz der Natur. Es ist geplant, einen Teil der Foto-Einsendungen
- über 150 Bilder niederösterreichischer Landschaften von ausgezeichneter Qualität - in einer Ausstel-lung der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Josef Schöffel wurde 1832 in Böhmen geboren, absolvierte das Piaristengymnasium in Budweis, diente dann in der Armee, studierte Geologie und arbeitete nebenbei an der Geologischen Reichsanstalt
in Wien. Später übersiedelte er nach Mödling. Als Publizist und Kritiker beschäftigte er sich immer mehr auch mit Politik und
wurde 1873 in das Abgeordnetenhaus des Reichsrates gewählt. In diesem Jahr wurde er auch Bürgermeister von Mödling. In seinen Streitschriften und Reden führte er den Men-schen den Wert des Waldes als Erholungsraum vor Augen. Seinem unerschrockenen
Eintreten für die Natur ist es zu verdanken, daß der Wienerwald gerettet wurde.

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