Operationen? Oft gar nicht nötig! / Ärzte in Deutschland und Österreich greifen zu schnell zum Messer

Stuttgart (ots) - Patienten aufgepaßt: Viele Bandscheibenoperationen, Kaiserschnitte oder Amputationen, die in Krankenhäusern vorgenommen werden, sind gar nicht nötig. Das stellt die Zeitschrift Das Beste in ihrer Novemberausgabe fest.

Eckhardt Böhle, Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Physiotherapie in Köln sagt dazu: "Nur fünf Prozent der Menschen mit kranken Bandscheiben müssen wirklich operiert werden." Schon chirotherapeutische Handgriffe können manche Operation überflüssig machen.

Laut Schätzungen von Experten sind mehr als 40 Prozent der Kaiserschnitte, die in Deutschland jedes Jahr durchgeführt werden, nicht nötig. Auch die Zahl der jährlich 65.000 Herz-Bypass-Operationen in Deutschland und Österreich ließe sich senken. Der Eingriff ist nur dann nötig, wenn der Patient an einer lebensbedrohlichen Herzkranzgefäßerkrankung leidet oder nicht mit Medikamenten behandelt werden kann. Eine Alternative kann die Ballondilatation (die Weitung der Herzgefäße mit Hilfe eines Katheters) sein. Professor Gisbert Kober von der Klinik Nordrhein in Bad Nauheim: "Heute läßt sich so bei zwei Drittel der Patienten die wesentlich schwerere Bypassoperation vermeiden."

146.000 Frauen wird pro Jahr in Deutschland die Gebärmutter entfernt. Ein radikaler Schritt. Denn in Fällen, die nicht akut sind, stehen Ärzten heute eine Reihe nicht-operativer Verfahren zur Verfügung. Blutungsstörungen können zum Teil mit Hormonpräparaten behandelt werden. Gutartige Muskelknoten, Verwachsungen und Veränderungen in oder an der Gebärmutter können mit einer Bauch- oder Gebärmutterspiegelung oder einem mikrochirurgischen Bauchschnitt so entfernt werden, daß das Organ erhalten bleibt.

Gallensteine gehören zu den häufigsten Gesundheitsstörungen. Oft wird den Patienten vorschnell die Gallenblase entfernt. Das ist nicht unbedingt nötig, denn mehr als die Hälfte der Gallensteine, die aus Cholesterin bestehen und kleiner als 15 Millimeter sind, lassen sich durch eine medikamentöse Behandlung auflösen. Eine weitere Therapie ist die Lithotripsie, bei der die Steine durch energiereiche Schallwellen zerkrümelt und anschließend mit Hilfe von Medikamenten ausgeschwemmt werden.

Sogar 10.000 Beinamputationen könnten durch rechtzeitige Gefäßoperationen jedes Jahr vermieden werden. Das schätzt der Gefäßchirurg Professor Jens-Rainer Allenberg von der Chirurgischen Universitätsklinik in Heidelberg. Helfen können hier Ballonkatheter, die Verengungen der Gefäße aufdehnen, Bypässe aus Kunststoff oder körpereigene Venen.

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