Sallmutter zu Börsenturbulenzen:

Pensionsfonds sind Risikopapiere!

Wien (OTS) "Die jüngsten Börsenturbulenzen, die den Anlegern allein auf der Wiener Börse in den letzten Tagen Verluste von mehr als 30 Milliarden Schilling beschert haben, erinnern uns wieder, daß kapitalgedeckte Pensionsfonds alles andere als risikofrei sind", kommentierte der Präsident des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Hans Sallmutter, die jüngste Entwicklung auf den Aktienmärkten. Dies mache, so Sallmutter, deutlich, daß bezüglich Risikofestigkeit in der Alterssicherung das Umlageverfahren jedem Kapitaldeckungsverfahren meilenweit überlegen sei. ****

Während die meisten der am österreichischen Markt angebotenen zusätzlichen Alterssicherungen auf Grund ihrer Anlageform von den gegenwärtigen Börsenturbulenzen verschont blieben, bringt der Kursverfall den großen amerikanischen und britischen Pensionsfonds, die mittlerweile zu den weltweit größten Aktionärsgruppen gehören, große Verluste. Damit werde wieder einmal deutlich, daß die Versprechen, private, nach dem Kapitaldeckungsverfahren organisierte Pensionsfonds würden auf jeden Fall und über lange Laufzeiten hinweg eine hohe Kapitalrendite erbringen, zu vollmundig seien, führte der Präsident des Hauptverbandes aus.

Sallmutter: "Diese Börsenturbulenzen, die wir gegenwärtig erleben, sind kein 'Börsenkrach', aber eine deftige Warnung an jene Börsenspieler, die glauben, mit einer überhitzten Aktienkonjunktur rasch hohe Gewinne erzielen zu können. Freilich müssen wir berücksichtigen, daß der ganze Geldmarkt sehr labil ist, denn nur 10% der riesigen weltweiten Geldströme sind durch Waren- und Dienstleistungen gedeckt. Wer daher glaubt, dieser unsichere Kapitalmarkt sei eher in der Lage, eine langfristige Alterssicherung zu garantieren als unser Umlageverfahren, das die Beiträge der jeweils Aktiven sofort wieder als Pensionsleistungen auszahlt, spielt mit dem Feuer, und zwar gefährlich nahe an den Benzinkanistern'.

Diese Entwicklung solle auch jene Pensionsexperten nachdenklich machen, die meinen, das Umlageverfahren solle bloß 70 Prozent des Pensionsvolumens abdecken, um die anderen 30 Prozent durch Kapitalerträge zu finanzieren. Denn wer sich mit der Aktie ins Bett legt, wacht neben einem Risikopapier auf, schloß Sallmutter.

Rückfragenhinweis: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger Tel.: 01-71132-1120

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