Prokop: Ist SP-Bundesregierung auf K.O. für Sport aus?

Sportvereine dürfen nicht verbürokratisiert werden

Niederösterreich, 28.10.1997 (NÖI) "Eine derart
konzentrierte Aktion gegen den Sport hat es in Österreich in
den letzten 20 Jahren nicht gegeben. Zum ersten das neuerliche Einfrieren der Förderung der Sportverbände aus dem Toto. Zum zweiten die Privatisierung der Bundessportheime und Bundessportschulen, was die Tarife für die Nutzung der Bundessporteinrichtungen deutlich verteuert. Und das bei gleichzeitiger Reduzierung der finanziellen Unterstützung für Investitionen durch den Bund. So hat sich auch die NÖ Landesregierung in ihrer heutigen Sitzung gegen den Entwurf von Staatssekretär Wittmann zur Ausgliederung der Bundessporteinrichtungen ausgesprochen. Den vorläufigen
Höhepunkt in dieser "Anti-Sport-Kampagne" stellen zum dritten
die erheblichen bürokratischen und somit finanziellen Verschärfungen für Sportvereine dar", sieht Landeshauptmann-Stellvertreter Liese Prokop, in Niederösterreich für Sport zuständig, tiefschwarze Gewitterwolken am Sporthimmel.****

In Niederösterreich gibt es 2.300 Sportvereine, die 7.600 Sportanlagen wie Tennis- und Fußballplätze betreiben. Die überwiegende Mehrheit dieser Sportvereine sind reine
Amateurvereine und werden ausschließlich von freiwilliigen und unbezahlten Mitgliedern geführt. "Wenn man diesen Sportvereinen zusätzliche Belastungen und Haftungen aufbürdet, wird der Breitensport in Österreich seine große Bedeutung für die Jugend und das gesellschaftliche Leben verlieren", ist Liese Prokop
über Pläne von Innenminister Schlögl zur scharfen Kontrolle der Sportvereine enttäuscht und trauert jenen Zeiten nach, wo der
Sport mit einem eigenem Staatssekretär in der Bundesregierung
noch eine eigene Lobby hatte.

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