Wiener Internationaler Anästhesiekongreß in Wien (2)

Mehr als 300 Veranstaltungen

Ein weiterer Schwerpunkt des diesjährigen Anästhesiekongresses ist der sogenannte "Hochrisiko-Patient". Wie erfolgreich sind die bislang angewendeten Konzepte und Techniken? Gibt es neue Entwicklungen in der Behandlung von Intensivpatienten? Antworten auf diese Fragen sollen im Rahmen des Kongresses durch Vorträge, Refresher-Kurse, praktische Übungen, Posterausstellungen und wissenschaftliche Mitteilungen in Form von freien Vorträgen und Postersessions gegeben werden - mehr als 300 an der Zahl.****

Auch neue Entwicklungen im Bereich des Qualitätsmanagements, Kosteneindämmungen bei der Intensivpflege sowie Fragen des Operationsmanagements werden im Rahmen des Kongresses behandelt, "womit wir die Inhalte ganz bewußt weit über den ausschließlich medizinischen Aspekt der Anästhesiologie und Intensivmedizin gesetzt haben", so Univ.-Prof. Dr. Alfons Hammerle, stellvertretender Leiter der Abteilung A der Wiener Anästhesieklinik und Präsident des diesjährigen Kongresses. Speziell die Notwendigkeit anästhesiologischer Visiten vor der Operation (Hammerle: "Derzeit noch viel zu selten gemacht") werde Gegenstand von - möglicherweise kontroversiellen - Diskussionen sein. Man müsse in den nächsten Jahren soweit kommen, den Anästhesisten als "OP-Manager" zu etablieren, der speziell in den Schwerpunktkrankenhäusern die Operationen koordiniere. Hammerle: "Davon sind wir aber derzeit noch weit entfernt."

Immer kompliziertere Operationen bei immer älteren Menschen

1995 wurden im AKH 148 Nierentransplantationen durchgeführt, 79 Herztransplantationen und 68 Lebertransplantationen. Oprative Eingriffe an Herzkranzgefäßen fanden 1368 mal statt. Die Zahl der operativen Eingriffe an Hirngefäßen belief sich 1995 auf insgesamt 1423 Operationen.

Noch beeindruckender sind die Kennziffern für Hämodialysen und Computer-Tomographien: Insgesamt 24.064 beziehungsweise 28.322 solcher Verfahren wurden 1995 angewandt.

Das Entscheidende dabei: Immer mehr komplizierte Operationen werden an immer älteren Patienten durchgeführt. Univ.-Prof. Dr. Hermann Gilly vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Experimentelle Anästhesie und intensivmedizinische Forschung am Wiener AKH: "Im Hochrisiko-Patient reflektiert sich fraglos die demographische Bevölkerungsentwicklung in Österreich mit einer zunehmenden Zahl älterer Patienten mit multiplen Vorerkrankungen und den daraus folgenden Konsequenzen für eine gleichbleibend medizinisch qualitativ hochwertige Versorgung."

Gerade die Universitätskliniken am Wiener AKH hätten hier eine österreichische Vorrangstellung. Rahmenbedingungen für das (ärztliche) Behandlungsteam und sein Arbeitsumfeld müßten daher besonders beachtet werden. Gilly: "Neue Anästhestika mit besonders kurzer Wirkdauer und daher guter Steuerbarkeit bieten auch für den geriatrischen (Risiko-)Patienten einen bislang nicht erreichbaren Patientenkomfort."

Angesichts zunehmender finanzieller Restriktionen im Gesundheitsbereich und gleichzeitig geforderter Verbesserung und Sicherung der Qualität wird die Strukturqualität, also die Infrastruktur der medizinische Leistungen erbringenden Anästhesieabteilungen, sowie die technische und personelle Ausstattung künftig zieldefiniert zu planen sein, so Gilly. (Ende)

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Telefon 202 24 67, Fax 202 24 68.

Kongreßbüro im ACV,

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