Start für Kompetenzzentrum Medizintechnik in Wiener Neustadt

Höger: Die Zukunft nicht erleiden, sondern aktiv gestalten

St.Pölten (NLK) - Mit der Eröffnung des ersten Forschungslabors startete gestern Bundeskanzler Mag. Viktor Klima gemeinsam mit Landeshauptmannstellvertreter Ernst Höger im TZU Wiener Neustadt das Kompetenzzentrum Medizintechnik-Rehabilitationstechnik (KMR). Das Investitionsvolumen beträgt 70 Millionen Schilling. Eine weitere Aufbau-Finanzierung in den nächsten fünf Jahren von 130 Millionen Schilling soll innerhalb eines Jahrzehnts 300 Arbeitsplätze bringen. Für die Realisie-rung des KMR hat die Stadt Wiener Neustadt, wie Univ.Prof. DDr. Helmut Detter er-läuterte,
mit Investitionen von 180 Millionen Schilling für die Entwicklung der Fach-hochschule und des Technologiezentrums bereits
"europaweit einmalige Vorleistun-gen" erbracht.

Im KMR Wiener Neustadt will man mit Krankenhäusern sowie mit nationalen und internationalen Forschungspartnern
zusammenarbeiten, um Verfahren zu entwickeln, mit denen die Diagnosesicherheit verbessert wird. Auch will man Verfahrenshilfen für die minimalinvasive Chirurgie und künstliche Organe entwickeln. In Wiener Neustadt sollen beispielsweise auch wesentliche Forschungsschritte für die Realisierung des Traums vom unsichtbaren, voll implantierbaren Hörgerät erfolgen.

Höger verwies auf die Erfolge der Regionalisierung, durch die mit dem Einsatz von 3,5 Milliarden Schilling in ganz Niederösterreich Impulse in der Gesamthöhe von rund 13 Milliarden Schilling ausgelöst wurden und mit der auch in Wiener Neustadt die Grundlagen für die Zukunftsentwicklung geschaffen werden konnten. Ein Fördern von Projekten um jeden Preis sei wenig sinnvoll,
setzte sich Höger für ein zielbewußtes Investieren für neue Produkte und Dienstleistungen ein, die auf den internationalen Märkten konkurrenzfähig sind. Angesichts der Globalisierung und der Internationalisie-rung der Wirtschaft gelte es, die Zukunft nicht zu erleiden, sondern aktiv zu gestalten. "Die Arbeit geht
uns nicht aus", sagte Höger, man müsse aber auf jene Bereiche set-zen, die zukunftsorientiert seien, und es sei notwendig, besser zu sein als die Konkur-renten.

Die nationale Unabhängigkeit Österreichs beruhe nicht nur auf Verträgen, sondern auch auf der ständigen Verbesserung der Wirtschaftsleistung durch Forschung und Innovation, hielt Klima fest. Der neuen, bisher unbekannten Konkurrenz für ganze Wirtschaftszweige in Österreich könne man keinesfalls mit Sozial-und Lohndumping begegnen. Klassische industriepolitische Werkzeuge wie Investitionsbeihilfen oder Standortmarketing würden für sich allein genommen nicht ausreichen. Deshalb gelte es, transparent zu machen, daß Wissenschaft, Forschung und technologische Ent-wicklung nicht eine staatlich geförderte "Spielwiese" für einige wenige seien. Auch müsse man gegen eine undifferenzierte Fortschrittsfeindlichkeit in Österreich ankämp-fen. Klima ortete für die medizintechnische Industrie in Österreich einen großen Auf-holbedarf. Wenn man diese Medizintechnik besonders forciere, dann könne dies die öffentliche Akzeptanz moderner Technologien fördern und zugleich den Standort Österreich attraktiver machen. Klima kündigte auch einen eigenen neuen Fonds zur Förderung von Kompetenzzentren, Impulsprogrammen und Regierungsinitiativen an.

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2312Niederösterreichische Landesregierung

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK