Knochenbrüche können durch rechtzeige Behandlung des Knochenschwundes verhindert werden!

Diagnose und Therapie der Osteoporose beim Van Swieten

Wien (OTS) - Ärztekongreß* =

Es kann jedem Menschen passieren, daß er sich als
Folge eines schweren Sturzes das Handgelenk bricht. Kommt es aber bereits nach einem kleinen, problemlosen Stoß an einer Tischkante, beim unachtsamen Aufstützen oder vielleicht sogar beim Heben einer Tasche mit Lebensmitteln zum Unterarmbruch, deutet dies in vielen Fällen darauf hin, daß Sie am sog. 'Knochenschwund', der Osteoporose, leiden.

Aber auch wenn eine Knochendichtemessung bei Ihrem Arzt den Befund 'Osteoporose' ergeben hat, gibt es noch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten - wie z. B. eine Therapie mit Alendronat -die das Risiko, sich weitere Brüche zuzuziehen, erheblich reduzieren. Beim heurigen "51. Van Swieten-Kongreß", der vom 23. bis 25. Oktober im Wiener Allgemeinen Krankenhaus stattfindet, wiesen Experten auf die guten Perspektiven hin, die Osteoporose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Etwa jede 3. Frau über 50 und ein kleinerer Anteil an Männern leidet an 'Knochenschwund'. Die Krankheit selber verursacht nicht unbedingt Beschwerden, das Leiden beginnt dann, wenn es zum ersten Knochenbruch kommt. Unbehandelt kann die Osteoporose allerdings zu den gefürchteten Oberschenkelhalsbrüchen führen, die einen älteren Menschen zum Pflegefall machen. Daß nach der Operation eine Gehbehinderung bleibt, gehört noch zu den günstigeren Prognosen -nicht wenige hochbetagte Osteoporose-Patienten sterben in der Zeit nach dem chirurgischen Eingriff an Komplikationen wie z. B. einer Lungenentzündung: Immerhin erleben 35 Prozent der Patienten über 60 Jahre den ersten Jahrestag nach der Operation nicht mehr!

Ist die Knochenmineraldichte zu niedrig, ist das Risiko, einen Bruch zu erleiden, doppelt so hoch. Ist es bereits einmal zu einem Bruch - meist beim Handgelenk - gekommen, dann steigt das Risiko für eine weitere Fraktur um den Faktor 20 (!) an. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man eine Knochendichtemessung durchführen lassen und dem extrem hohen Risiko, weitere Brüche zu erleiden, mit einer gezielten Behandlung entgegenwirken.

Besonders gut wissenschaftlich abgesichert ist die Osteoporosetherapie mit dem Aminobisphosphat Alendronat: Eine große amerikanische Studie belegt, daß mit Hilfe dieses Medikaments bei Frauen nach der Menopause, die bereits einen Bruch erlitten haben, das Risiko für weitere Frakturen - auch Hüftfrakturen um rund die Hälfte gesenkt werden konnte.

Außerdem profitieren auch Frauen, die noch keine Fraktur erlitten hatten von dieser Therapie. Die Anzahl von Wirbelkörperbrüchen konnte nämlich bei diesen Patientinnen um etwa die Hälfte verringert werden.

Mit Hilfe einer gesunden Ernährung - viel Kalzium und Vitamin D -und ausreichend Bewegung kann man bereits in jungen Jahren Vorsorge treffen und genügend Knochenmasse für später aufbauen. Die Hormonveränderung in den Wechseljahren verstärkt den Abbau von Knochenmasse - nun geht es darum, den Knochenverlust aufzuhalten und zu verlangsamen. Auf einen in Bezug auf Ernährung und Bewegung gesunden Lebensstil sollte man ab der Lebensmitte besonders achten, Risikofaktoren, wie übermäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum ausschließen. Dem Hormonmangel nach den Wechseljahren kann man mit einer Osteoporosenersatz-Therapie entgegenwirken.

Bei nur wenigen Krankheitsbildern hat die moderne Forschung die Möglichkeit gegeben, die Erkrankung noch vor ihrem Ausbruch zu erkennen. Durch eine frühzeitige Laboruntersuchung und durch Knochendichteverlaufsmessungen kann das Osteoporoserisiko bestimmt werden und dann eine entsprechende Therapie zur Vorbeugung und Behandlung eingeleitet werden.

*Referenten: Univ.-Doz.Dr. Gasser, Univ.-Prof.Dr. Willvonseder, Univ.-Prof.Dr. Klaushofer, Prim.Univ.-Doz.Dr. Resch

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