Dr. Gerhard Heilingbrunner, Umweltdachverband ÖGNU: "Einem beim Telekommunikationsgesetz gefordert"

Gemeinsamer GSM Forschungsfonds von Industrie und Umweltinitiativen

Wien (OTS) - "Moderne Telekommunikationstechniken bergen ungeahnte Möglichkeiten im Bereich der Dienstleistung, Dezentralisierung und Kundenservice. Die Arbeit kann flexibler eingeteilt werden. Unnötig gefahrene Kilometer können so vermieden werden," sagt Handy-Benützer Dr. Gerhard Heilingbrunner vom Umweltdachverband ÖGNU. Optimal eingesetzt, können dadurch Kfz-Emissionen vermieden werden.

"Die Kritik am unkoordinierten Ausbau des GSM-Netzes heißt deshalb nicht, daß moderne Telekommunikation abgelehnt wird. Es geht hier definitiv nicht gegen die Nutzung moderner Telekommunikationstechniken, sondern vielmehr um Art und Weise des Netzausbaues," so Präsident Heilingbrunner. In Zukunft darf es einfach nicht mehr passieren, daß zwei Sendeanlagen nur 50 m voneinander entfernt aufgestellt werden. Der Umweltdachverband ÖGNU hat in Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen aus ganz Österreich ein Papier ausgearbeitet, daß an die drei GSM- Lizenznehmer und an die Bundesminister Einem und Prammer weitergeleitet wird.

Die Hauptforderungen an das Telekommunikationsgesetz sind:
* Volle Parteistellung von Anrainern und Gemeinden
* Dynamische Adaptierung der Grenzwerte an den jeweiligen
Stand der Technik
* Gesetzliche Verpflichtung der Betreiber zur Kooperation
und Zusammenarbeit bei Errichtung von Mobilfunkstationen
* Auskunftspflicht der Betreiber über die tatsächliche Sendeleistung * Verpflichtung des Bundesministers zur Vorlage eines Berichtes
an den Nationalrat über Lizenzverträge, Vorgaben und Ausbaupläne * Verzicht der Installation von Mobilfunkstationen auf Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten
* Gründung eines unabhängigen Forschungsfonds 'Electropeace'. Dotierung aus Mitteln der Lizenzeinnahmen des Bundes und der Mobilfunk-Betreiber. Aufgaben von 'Electropeace' sind:
* Aufklärung und Information,'Risikokommunikation'
* Umfassender Verbraucherschutz
* Interdisziplinäre Forschungung

Alle Lizenznehmer sollen angehalten werden, kooperativ vorzugehen. Ziel ist es, daß eine Station für alle drei Unternehmen zur Verfügung steht. Zusätzlich müssen bestehende Infrastruktureinrichtungen, wie Stromleitungen der EVUs und der Bahn genutzt werden, bevor neue Sendemasten errrichtet werden," fordert Heilingbrunner. "Hier sind innovative Vorschläge von Bundesminister Dr. Caspar Einem gefragt!" Dieses Handlungsdefizit muß so rasch wie möglich durch eine Novellierung des Telekommunikationsgesetzes behoben werden.

Heilingbrunner spricht sich weiters für einen gemeinsamen GSM Forschungsfonds von Industrie, Netzbetreibern und Umweltgruppen aus. Diese Zusammenarbeit würde für beide Seiten Vorteile bringen, das Ergebnis könnte eine tragfähige Basis für eine weitere Kooperation werden. Der große Vorteil liegt dabei, daß Vertrauensleute beider Seiten mit eingebunden sind. "Da dies bisher nicht geschehen ist, ist auch das Mißtrauen vieler Leute verständlich," meint Heilingbrunner.

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